Lasst uns Lichter der Teilnahme anzünden

H wie Haltern…
Die Kleinstadt am Rande des Ruhrgebiets ist im Schockzustand. Durch das Flugzeugunglück verlieren viele Familien ihre Kinder, Freunde und Verwandte. Ein Riss geht durch die Seelen, die Herzen bluten, das Leid ist so groß, dass Worte nicht auszudrücken vermögen, wie unbeschreiblich traurig und betroffen alle in der Nähe und Ferne sind.


H wie Herdecke…
Hilflos hören und lesen wir von dem Absturz. Fragen werden überall laut: Warum? Warum nicht wir? Wie kann man mit solch einem Schicksalsschlag weiterleben? Was um Gottes Willen hat den Copiloten bewogen zu dieser teuflischen Tat?


Und wo ist Gott? Wie kann er das zulassen? Nachbarn, Freunde und Verwandte sind am Boden zerstört. Herdecke und Umgebung trauern mit.


H wie Hiob…
Hiob kennt diese Fragen, er erlitt alle Verluste, die man sich denken kann. Armut, Krankheit und der Tod seiner Kinder; was gibt es Grausameres? Hiob steht als Synonym für alle, denen unerklärlicherweise Leid widerfährt. So lange es Menschen gibt und sich die Erde dreht, kreisen dieselben Fragen um dieselbe Erde. Wir ringen nach Luft und Worten. Stille, Totenstille und Schweigen machen sich breit. Menschen wollen trösten, erklären, suchen nach Worten, Antworten. Für die Betroffenen klingt dieses Gestammel zynisch.

Unter die Verzweiflung und die Tränen mischen sich Grablichter. Sie leuchten gegen den Tod an. Doch, so kennt es biblische Erfahrung, in diesem schier unmenschlichen Leid erhebt Gott seine Stimme. Das hat Hiob ganz am Schluss hören dürfen: „Ich bin bei dir, ich verlasse dich nicht. Ich trage dich da durch“.


H wie Hoffnung…
Ich persönlich bin nicht bereit, irgendeinen Sinn in diesem Flugzeugabsturz zu sehen. Ich schlage mich auf die Seite derer, die sich in die Arme fallen, mittrauern und mitleiden. Lasst uns Lichter anzünden und zeigen, dass wir mitfühlen und nicht teilnahmslos sind.


Und, ja, Gott hat der Endgültigkeit der Trennung durch den Tod sein Wort „Nein!“ entgegen geschrien. Christinnen und Christen bekennen sich zu einem Gott, der stärker ist als alle Macht der Welt. Deshalb hat sich sein Sohn Jesus Christus in diese menschlichen Abgründe begeben und zum gewaltsamen Tod. „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“


Jesus Christus hat dem Leid und dem Tod nicht das Feld überlassen und ist aufgestanden gegen die Finsternisse der Welt. Er hat den Tod überwunden. Daran erinnert die Passionszeit, in der wir gerade sind. Wem der Glaube auf Zukunft und Ewiges Leben abhandenkommt, für den glauben und hoffen und beten andere mit. Wem die Hoffnung verloren geht, ganz oder nur zeitweise, der kann sich in diese Kraft fallen lassen – in Haltern, Herdecke und überall.