Langer Atem für attraktive Innenstadt in Wetter gefragt

Neue Beete in der Kaiserstraße: Birgit Gräfen-Loer, Magnus Terbahl von der Stadtplanung, Manfred Sell und Martin Pricken (von links) vom Citymanagement verweisen auf Fortschritte in Alt-Wetter.
Neue Beete in der Kaiserstraße: Birgit Gräfen-Loer, Magnus Terbahl von der Stadtplanung, Manfred Sell und Martin Pricken (von links) vom Citymanagement verweisen auf Fortschritte in Alt-Wetter.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Blumen, Bäume, Internetseiten: Mit weiteren Projekten etwa für die untere Kaiserstraße wollen das Citymanagement und die Stadt Wetter Impulse setzen.

Wetter..  Wortspiele mit dem Stadtnamen Wetter gibt es reichlich, aber bis dato noch keinen „NewsWetter“: So bezeichnet das Citymanagement nun seinen ersten Newsletter, den es Anfang April verschickte und der über aktuelle Entwicklungen in der Innenstadt informieren soll. Auf zwei Seiten erfahren Bürger, Geschäftsleute und Immobilieneigentümer etwa, dass (Alt-)Wetter aufblüht. Mit Ausrufezeichen! Zumal es um eine Attraktivitätssteigerung geht.

Die lässt sich konkret auf Blumenkübel und eine Pflanzaktion in der unteren Kaiserstraße beziehen, zudem blühen weitere Planungen. Ein Projekt etwa widmet sich dem Kampf gegen den Leerstand im Zentrum Alt-Wetters: Mit der Stadt und der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr will das Citymanagement für Gewerbetreibende oder andere eine Internetseite erstellen und darauf übersichtlich Informationen wie Mietpreise, Nebenkosten plus weitere Daten aus freistehenden Objekten veröffentlichen. „Wir wollen die Rahmenbedingungen für einen Aufschwung schaffen“, erklärt Manfred Sell, städtischer Fachbereichsleiter Bauen.

Erste Erkenntnisse lieferten 190 Fragebögen, die Immobilieneigentümer beantworten sollten und Martin Pricken vom Citymanagement (Ilka Nagorny ist nicht mehr dabei) nun ausgewertet hat. Den Rücklauf von 30 Prozent bezeichnet der diplomierte Geograf von der Planungsgruppe Stadtbüro aus Dortmund als „ganz okay“.

Angesichts des Sanierungsstaus in und an einigen Gebäuden soll bald ein Architekt über Renovierungszuschüsse beraten. Die über Fördermittel finanzierte Stelle werde bald ausgeschrieben, so Birgit Gräfen-Loer, Fachdienstleiterin Stadtentwicklung. „Viele wissen gar nicht, welche Fördermöglichkeiten etwa die Kfw-Bank anbietet und wie groß das energetische Einsparpotenzial ist“, sagt Sell.

Das Citymanagement soll bei diesem Haus- und Fassadenprogramm als Kontaktstelle vermitteln, eine Prioritätenliste erstellen und weiter im Kontakt mit den Hauseigentümern in Alt-Wetter bleiben. „80 Prozent von ihnen leben hier, manch einer ist schon auf uns zugekommen und hat sich über Maßnahmen informiert“, berichtet Pricken. Zugleich habe er Wünsche nach vermehrten Auskünften und Aktionen wahrgenommen. „Denkbar ist – wie es in Wuppertal existiert – eine Internetseite zu stadtweiten Shoppingangeboten in Wetter, auf der wir den Standort und Neuigkeiten sowie Verkaufsangebote vorstellen.“ Zu klären sei, wer da mitmacht.

Konkret verweist er auf 20 Gewerbetreibende und Hausbesitzer aus der unteren Kaiserstraße, die Patenschaften für Blumenkübel vor ihren Geschäften übernehmen wollen. Die einheitlichen Behälter stellt Ende April oder Anfang Mai die Stadt Wetter, der Stadtbetrieb besorgt zu Beginn bunte Blumen, die Pflege und Nachbepflanzung (bei Bedarf) übernehmen dann die Paten. Die können zudem auf kleinen Hinweistafeln an den Kübeln Werbung platzieren. „Die Idee dazu kam aus der Händlerschaft, wir erhoffen uns davon eine Sogwirkung, zumal wir so beispielsweise auch keine Felssteine mehr wegen Falschparkern aufstellen müssten“, sagen Gräfen-Loer und Sell.

Langfristiger Prozess

Während die Verwaltung weiterhin Verbesserungsvorschläge zur Verkehrssituation in der Kaiserstraße sammelt und diese dann der Bezirksregierung Arnsberg zuschicken will, richtet Pricken den Blick auf Veranstaltungen. Ob verkaufsoffene Sonntage, Late-Night-Shopping, Europawoche Anfang Mai, Weihnachtsbaumaktion oder Suche nach Standbetreibern beim Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende: Wichtig ist für Pricken der Austausch mit den Beteiligten. „Wir stehen im guten Kontakt etwa zur Werbegemeinschaft und zum Verein Wetterwechsel.“

Stadtvertreter und der Citymanager räumen vor dem Brückenumbau an der Kaiser-/Friedrich-/Ruhrstraße (Beginn weiter unklar) ein, dass die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt von Alt-Wetter Zeit braucht. Schließlich gehe es neben der Stärkung der Gemeinschaft um Nachhaltigkeit.