Kreisarchiv soll offenes Haus für Geschichtsfreunde werden

„Ein wunderbares Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit“ nannte Landrat Dr. Arnim Brux das neue Kreisarchiv in Wetter, das im denkmalgeschützten Gebäude an der Theodor-Heuss-Straße untergebracht ist. Mit einer Fachtagung wurde es gestern im historischen Sitzungssaal des Rathauses offiziell eingeweiht.
„Ein wunderbares Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit“ nannte Landrat Dr. Arnim Brux das neue Kreisarchiv in Wetter, das im denkmalgeschützten Gebäude an der Theodor-Heuss-Straße untergebracht ist. Mit einer Fachtagung wurde es gestern im historischen Sitzungssaal des Rathauses offiziell eingeweiht.
Foto: Stadt Wetter
Was wir bereits wissen
Akten und Archivalien vertragen den Atem vieler Menschen nicht. Deswegen herrscht im neuen Kreisarchiv eher trockenes Klima. Und die Einweihung fand im Rathaus statt.

Wetter..  Dass die offizielle Eröffnung einer öffentlichen Einrichtung nicht eben dort stattfindet, mag verwundern. Im Falle des neuen Kreisarchivs hat es aber durchaus seinen Grund. Denn in der ehemaligen Festhalle am Markt, die über viele Jahre als Turnhalle genutzt wurde, ist kein Platz für viele Menschen. Dort, wo noch vor wenigen Jahren die Sportler ins Schwitzen gekommen sind, gehört schon der Atem einer größeren Gruppe zu den unerwünschten Einflüssen. Im Archivraum, der in der Halle untergebracht worden ist, herrscht ein eher trockenes Klima. Wie es für Akten und Archivalien geboten ist. Also zog man für die offizielle Eröffnung des Kreisarchivs ins Rathaus um, was an Geschichte ebenso viel zu bieten hat.„Zwischen Burgen und Stahl“ lautete der Titel einer Fachtagung, zu der im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten Archivare der Städte im Kreisgebiet, Vertreter der weiterführenden Schulen und der Heimatvereine der Region zusammengekommen waren.

Bevor es allerdings um die prägenden Einflüsse in der Geschichte des Kreises ging, machte Landrat Dr. Arnim Brux die Bedeutung des neuen Archivs deutlich: „Ein wunderbares Beispiel für die interkommunale Zusammenarbeit.“ Brux gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich das Kreisarchiv als ein offenes Haus für alle an der Geschichte Interessierten präsentieren und durch möglichst viele Nutzer „von Schulklassen über Heimatforscher bis hin zu professionellen zu Historikern“ die Identität des Kreises und der Region steigern werde.

Bürgermeister Frank Hasenberg sprach von einer „Schatztruhe voller historischer Fundstücke und einem Wegweiser in die Geschichte des Kreises.“ Beide dankten der Kreisarchivarin Dr. Dagmar Hemmie, Stadtarchivar Dr. Dietrich Thier als Leiter des Kreisarchivs sowie seiner Mitarbeiterin Bianka Sachs für ihre Arbeit: „Sie sind es, die durch ihre Arbeit die Nutzung der Kreisakten für die Experten und Hobbyforscher erst möglich machen“, so Hasenberg.

Burgen und Stahl aus der Region

Dann kam die Geschichte zu ihrem Recht: Prof. Dr. Heinrich Schoppmeyer, einer der führenden Vertreter der Geschichte Westfalens im Mittelalter, gab eine spannende Übersicht über die Burgen des Ennepe-Ruhr-Kreises und die wechselvolle Machtpolitik im Mittelalter. Anschließend referierte Dr. Stefan Leenen über archäologische Spuren der Burgen in der Region, bevor Dr. Olaf Schmidt-Rutsch über Stahl aus dem Ruhrtal am Beispiel der Henrichshütte in Hattingen referierte. Dann ging es noch einmal zurück in die Harkortstadt: Dr. Dietrich Thier informierte die Festgäste im Sitzungssaal des Rathauses über Erkenntnisse zur regionalen Stahlproduktion aus dem Hauptbuch der Schöntaler Eisenwerke Peter Harkort & Sohn 1860/63.