Kreative Lösungen sollen Kürzung auffangen

Treffen der Grundschulleiterinnen zur Jeki- und Jekits-Planung mit Musikschulleiterin Ulrike Dittmar-Dretzler (3.v.li.): Michaela Franz, Sabine Jessinghaus, Musikschul-Sekretärin Carolin Schäfer, Pia Kemp und Jutta Kirchhoff (Musiklehrerin der Robert-Bonnermann-Schule), von rechts.
Treffen der Grundschulleiterinnen zur Jeki- und Jekits-Planung mit Musikschulleiterin Ulrike Dittmar-Dretzler (3.v.li.): Michaela Franz, Sabine Jessinghaus, Musikschul-Sekretärin Carolin Schäfer, Pia Kemp und Jutta Kirchhoff (Musiklehrerin der Robert-Bonnermann-Schule), von rechts.
Foto: WP
Herdeckes Musikschulleiterin Ulrike Dittmar-Dretzler nennt Jeki eine Erfolgsgeschichte. Das Ende des Projekts hat sie enttäuscht, aber es geht weiter. Mit Jekits.

Herdecke..  „Jeki war eine Erfolgsgeschichte; denn wir haben damit fast alle Kinder erreicht“, sagt Musikschulleiterin Ulrike Dittmar-Dretzler. Das, wie sie es gerne nennt, „Rundum-glücklich-Paket“ ermöglichte Kindern in Herdecke, vom Anfang bis zum Ende der Grundschulzeit Instrumente kennen und spielen zu lernen. In der Schule, gemeinsam mit Kindern aus der eigenen oder anderen Klassen. Die Aktion „Jedem Kind ein Instrument“, die 2007 speziell für das Ruhrgebiet entwickelt wurde, wird im nächsten Schuljahr abgelöst durch das dann landesweite Bildungsprogramm Jekits (Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen). Das allerdings endet nicht erst nach vier, sondern bereits nach zwei Grundschuljahren.

Für Ulrike Dittmar-Dretzler zunächst eine große Enttäuschung; denn der Weg hin zu einer reibungslos funktionierenden Jeki-Praxis war arbeitsintensiv. Und teuer. Zur Erinnerung: Zum Start des ersten Instrumentaljahres wurden damals Instrumente für 64 000 Euro durch die Stadtsparkasse und die Werner-Richard-/Dr.-Carl-Dörken-Stiftung angeschafft. Es folgte ein organisatorischer und musik-pädagogischer Kraftakt, den die Musikschule zusammen mit allen Grundschulen stemmen musste. „Unsere Musiklehrer haben sich eigene kleine Instrumentenschulen zusammengestellt, Christian Scheike hat sogar eine Jeki-Hymne komponiert. Schließlich mussten die Grundschulleiterinnen den Stundenplan um die Jeki-Kinder herum zusammenbauen; denn die werden klassenübergreifend unterrichtet“, sagt Ulrike Dittmar-Dretzler. „Aber die Schulleiterinnen haben immer super mitgemacht, sonst hätte es nicht funktioniert.“

Erst kürzlich setzte sie sich wieder mit den Leiterinnen der Grundschulen bzw. deren Vertreterinnen zusammen, um den neuen Stundenplan und das neue Schuljahr zu planen. Diesmal allerdings unter veränderten Vorzeichen; denn nach dem Sommerferien starten die Erstklässer ins neue Jekits-Programm, während die künftigen Zweitklässler noch bis zum Ende ihrer Grundschulzeit 2018 Jeki-Kinder bleiben.

„Kein Kind zurücklassen“

Ulrike Dittmar-Dretzler liegt es am Herzen, dass die städtische Musikschule künftig trotz der halbierten Laufzeit ein Angebot für Kinder auch im dritten und vierten Schuljahr vorhalten kann. Zwar enden alle Förderungen des Landes künftig nach dem zweiten Schuljahr, aber die Stadt suche bereits nach Lösungen, wie Kinder etwa in Gruppen auch über das zweite Schuljahr hinaus unterrichtet werden können. Sie setze auf Kreativität, so Dittmar-Dretzler. Und: „Mittel aus dem Teilhabepaket und von der Bürgerstiftung können helfen, dass wir auch in Zukunft kein Kind zurücklassen müssen.“ Zweifelsfrei sei dennoch mit Jekits eine Erschwernis verbunden, das einmal Aufgebaute zu erhalten, so Ulrike Dittmar-Dretzler.

Das sieht auch Sabine Jessinghaus, Leiterin der Grundschule Schraberg, so: „Jekits ist schon eine Sparmaßnahme. Für Herdecke bin ich aber zuversichtlich, dass sich nicht viel ändern wird. Ermäßigungen und Differenzierungen sind weiter möglich. Und ich glaube, dass das Angebot auch weiter genutzt wird.“ Von einer Art „Sparmodell“ spricht auch Pia Kemp, Leiterin der Grundschule Im Dorf (künftig Werner-Richard-Grundschule): „Ich war zuerst erschrocken, aber die Zusammenarbeit mit der Musikschule läuft hervorragend. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass auch Jekits gelingen kann.“

„Ungeheuer wichtiges Projekt“

Dass es gelinge, Jeki – wenn auch in anderer Form – weiterzuführen, hält auch Michaela Franz, Leiterin der Grundschule Vinkenberg (demnächst Hugo-Knauer-Grundschule) für ganz wichtig. Michaela Franz: „Es ist ein ungeheuer wichtiges Projekt, Kinder im musischen Bereich zu fördern und ihnen zu ermöglichen, Instrumente kennen zu lernen. Dieses Projekt ist auch für die schulische Arbeit wichtig und mittlerweile fester Bestandteil unserer Gesamtkonzeption.“