Krankenhaus in Herdecke freut sich über Geburten-Rekord

Geburten-Rekord im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke im Jahr 2014. 1307 Kinder wurden geboren. Im Bild der kleine Konstantin Lohoff, bereits die 45. Geburt in diesem Jahr, mit seiner Mutter Yvonne und Petra Blanke (li.), Leitende Oberärztin der Geburtshilfe sowie Doris Knorr (re.), Leitende Hebamme.
Geburten-Rekord im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke im Jahr 2014. 1307 Kinder wurden geboren. Im Bild der kleine Konstantin Lohoff, bereits die 45. Geburt in diesem Jahr, mit seiner Mutter Yvonne und Petra Blanke (li.), Leitende Oberärztin der Geburtshilfe sowie Doris Knorr (re.), Leitende Hebamme.
Foto: GKH
Was wir bereits wissen
1307 Jungen und Mädchen wurden 2014 im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke geboren – ein neuer Jahres-Rekord. Der September war sogar richtig stressig.

Herdecke/Wetter..  In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren. Diesen – damals noch zaghaften Trend – verkündeten die Statistiker 2013. Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Geburten scheinbar weiter erhöht, ein Plus von sechs Prozent wird von den Kliniken in Nordrhein-Westfalen gemeldet.

Da kann Dr. Anette Voigt, Ärztliche Direktorin am Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke (GKH) und Leitende Ärztin in der Abteilung für Geburtshilfe, nur müde lächeln. Sie kann für ihre Klinik ein Plus von fast zehn Prozent verbuchen. 1307 Jungen und Mädchen erblickten in der Geburtsabteilung des GKH im abgelaufenen Jahr das Licht der Welt. Und nun wird das Lächeln zum Lachen: „Das ist eine ganze Menge mehr“, sagt Voigt.

Stress im September

Für die Mitarbeiter hat die Beliebtheit der Geburtsstation zwei Seiten. Zum einen freuen sie sich, dass so viele Elternpaare ihrer Kompetenz vertrauen, zum anderen bringt sie der Baby-Boom aber auch an den Rand der Kapazitäten. „Babys kommen nicht nach Plan“, meint Voigt und erinnert sich an den September 2014. 137 Geburten stehen für diesem Monat in der Statistik. „Normal sind 110 Entbindungen im Monat“, sagt Voigt. „Dieser Monat hat uns auch räumlich an unsere Grenzen gebracht.“ Doch die GKH-Belegschaft könne in einem solchen Fall flexibel reagieren. Sprechstunden und Kurse werden beispielsweise verlegt, damit alle verfügbaren Kräfte in der Geburtshilfe aktiv werden könnten.

Die Ärzte und Hebammen müssten dann in manchen Fällen auch noch einer doppelten Herausforderung begegnen – im wahren Sinn des Wortes. Denn nicht nur die Zahl der Babys insgesamt ist im vergangenen Jahr gestiegen, auch die Zahl der Zwillingsgeburten hat sich gesteigert. 46 Zwillingspärchen wurden 2014 in Herdecke geboren, „so viele wie noch nie“, berichtet die Leitende Ärztin. Was zum Glück nicht zugenommen habe, seien die Risikogeburten. Auch wenn durchaus einige Frühchen auf der Kinderintensivstation betreut werden müssten.

Für 1307 Kinder wurde im Jahr 2014 der Geburtsort Herdecke eingetragen, nur ein Bruchteil davon wächst dann allerdings in der Ruhrstadt auf. Bei gerade einmal 86 Jungen und Mädchen leben die Eltern in Herdecke, 60 Kinder wechselten von der Geburtsstation in Wiegen in der Nachbarstadt Wetter.

Das Hagener Evangelische Krankenhaus, das zur Evangelischen Stiftung Volmarstein gehört, ist eine alternative Adresse für Gebärende. 23 Eltern aus Wetter und drei aus Herdecke entschieden sich für diese Klinik. Insgesamt ging die Zahl der Geburten im Hasper „Mops“ leicht zurück. 2014 waren es 543 Geburten.

Da kann das Wittener Marien-Hospital mit mehr Kindergeschrei aufwarten. 2009 Kinder wurden im letzten Jahr hier geboren, darunter 52 Kinder aus dem Wohnort Herdecke und 112 aus Wetter.

Mütter aus Moskau

Das Gemeinschaftskrankenhaus profitiert bei seinem Geburtenrekord also von seiner überregionalen Strahlkraft. Die reicht nach Auskunft von Anette Voigt nicht nur in die Nachbarstädte Dortmund und Hagen, sondern auch ins Sauerland oder an den Rhein. „Zu uns kommen Mütter aus dem Ruhrgebiet ebenso wie aus Köln.“

Und noch weiter dringt der Ruf der Klinik: Immerhin vier Kinder aus Moskau haben 2014 in Herdecke das Licht der Welt erblickt. Und was ist nun das Rezept für den Baby-Boom? „Wir sind halt eine Abteilung, die gerne Geburtshilfe macht“, lautet die einfache Erklärung von Anette Voigt.