Krätze wird erneut zum Problem in Wetter

Eine Sarcoptesmilbe
Eine Sarcoptesmilbe
Foto: Kalumet
Was wir bereits wissen
Das Gesundheitsamt sagt: Zauleck-Haus ist kein Einzelfall. Wärme verstärkt noch einmal den Juckreiz.

Wetter..  Die Hitze macht es nicht einfacher. „Wärme verstärkt den Juckreiz“, sagt Dr. Sabine Klinke-Rehbein, Amtsärztin des Ennepe-Ruhr-Kreises. Doch die Medizinerin ist sicher, dass man den Skabies-Befall im Johannes-Zauleck-Haus nun im Griff hat. Zum zweiten Mal war in der Senioreneinrichtung die Krätze ausgebrochen. In der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit der Diakonie für alle Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige eine Tablettengabe organisiert. Am Montag gibt es eine zweite Pille für alle tatsächlich von der Krätze betroffenen und einen kleineren Kreis von Risikopatienten.

Für Sabine Klinke-Rehbein ist der erneute Ausbruch der Krankheit in dem Seniorenheim nichts ungewöhnliches. Skabies, so der Fachausdruck für Krätze, komme immer wieder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder auch Gemeinschaftsunterkünften vor. „Da diese Krankheit aber nicht meldepflichtig ist wie zum Beispiel die Masern, bekommt man davon oft nichts mit“, so die Ärztin.

Sicher sei aber, dass es eine Krankheit ist, die nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Und zudem gerade bei älteren Patienten schwer zu erkennen. „Bei älterer Haut, die zudem oft auch noch mit anderen Erkrankungen belastet ist, lässt sich ein Krätzebefall nicht immer ohne weiteres erkennen“, sagt Klinke-Rehbein. Gerade die Hausärzte in der Region seien aber auf das Problem aufmerksam gemacht worden. „Mit diesen Praxen haben wir auch abgeklärt, ob die Bewohner, die bei den Ärzten in Behandlung sind, das empfohlene Medikament einnehmen dürfen.“

Keine Infos für Spezialisten

Für die Spezialisten, also die Hautärzte, hat es dagegen keine Infos per Mail oder Fax gegeben. „Da könnte man die Risikokommunikation verbessern“, so die Ärztin. Andererseits wolle man auch nicht alle aufscheuchen, wenn es um ein begrenztes Problem gehe.

Und das habe das Zauleck-Haus gut im Griff. „Vor Ort wird alles getan, sei es bei der Pflege oder der Behandlung der Krätze“, so Klinke-Rehbein. Schwierig sei es dagegen in manchen Fällen, auch die Angehörigen von der Notwendigkeit einer Behandlung zu überzeugen. „Wer keine Symptome hat, sieht es dann nicht ein, warum er eine Tablette nehmen soll.“ Allerdings könne ein Mensch ohne Auffälligkeiten bereits Träger der Milbe sein.