„Kostenloser“ Einkauf im Internet scheitert

Kläglich scheiterte ein Wetteraner mit dem Versuch, die von ihm bei einem Onlinehändler bestellte Ware nicht zu bezahlen.
Kläglich scheiterte ein Wetteraner mit dem Versuch, die von ihm bei einem Onlinehändler bestellte Ware nicht zu bezahlen.
Foto: Katharina Paris
Was wir bereits wissen
Angeblich, um einem Kollegen einen Gefallen zu tun, oderte ein Wetteraner Akkus im Internet. Bezahlt hat er sie nicht und landete wegen Betrugs vor Gericht.

Wetter..  Trotz der Erfahrung, dass seine Gaunereien grundsätzlich ans Licht kommen, stellte ein 56-jähriger Wetteraner sein Glück erneut auf die Probe. Er versuchte, „kostenlos“ Ware von einem Online-Händler zu erhalten. Auch diesmal scheiterte er kläglich und stand jetzt wegen Betrugs vor dem hiesigen Amtsgericht.

Falschen Namen benutzt

Mitte der 80er-Jahre startete der Wetteraner seine Karriere als Serienbetrüger und lernte bis jetzt offenbar nichts dazu. Das Internet war einfach zu verlockend für den Mann, den selbst Hafterfahrung nicht erschüttern konnte. Vielmehr arbeitete er vergeblich an der „Perfektionierung“ seiner Taten und ging in einem Fall sogar so weit, sich juristische Fachliteratur zu ergaunern, um sich künftig vor Gericht besser verteidigen zu können. Doch auch das funktionierte nicht. Zuletzt stand er Mitte April wegen Betrugs vor Gericht, kassierte dort eine Bewährungsstrafe und präsentierte sich geläutert, wobei er die noch ausstehende Sache geflissentlich unter den Tisch fallen ließ.

Im aktuellen Fall bestellte er bei einem Online-Versand ein Akku-Pack für 80 Euro. Und damit er, der dank seiner Vorgeschichte an sich keine Lieferungen mehr erhält, die Ware auch bekam, nutzte er einen falschen Namen. Tatsächlich wurde das Paket geliefert, er zahlte nicht und flog einmal mehr auf. Vor Gericht räumte er seine Bestellung unter falschem Namen ein. Allerdings versuchte er, die Tat mit einer selbstlosen Aktion zu rechtfertigen.

Für einen Kollegen, der ihm gegenüber auch immer großzügig gewesen sei, habe er das Akku-Pack geordert. Der habe ihm versprochen, ihm das Geld zu geben. Dann jedoch habe ihn der Mann versetzt und deshalb habe er die Ware zurückgeschickt. Merkwürdig nur, dass die bei dem Shop nie ankam. Dennoch beteuerte er: „Ich habe mir keine Gedanken gemacht. Für mich war das erledigt.“ Überhaupt gelobte er wieder einmal Besserung: „Ich bin wirklich dran, an meinem Problem zu arbeiten.“ Tatsächlich habe er sich um eine entsprechende Therapie bemüht. Und, um die Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen unter Beweis zu stellen, erklärte er: „Ich habe meinen Internetzugang gekappt.“

Unter Einbeziehung der letzten Strafe wurde der Wetteraner zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. 100 Euro Wiedergutmachung soll er dem geschädigten Händler zahlen und darüber hinaus die versprochene Therapie antreten.

Eindringliche Warnung

„Sie sind kein Schwerverbrecher, aber durch Ihr Leben ziehen sich Betrügereien. Ihr Problem ist, wenn Sie vor dem Computer sitzen, dass Sie einen zu schnellen Klick machen“, so Richter Heinz-Dieter Beckmann, der den Wetteraner eindringlich vor einer weiteren Straftat warnte. „Jetzt ist wirklich das Ende der Fahnenstange erreicht. Jetzt geht es nicht weiter. Irgendwo haben Sie ein Problem. Arbeiten Sie an sich und enttäuschen Sie uns nicht.“