Koch: "Habe mich nicht weggeduckt"
19.06.2009 | 17:17 Uhr 2009-06-19T17:17:00+0200Bürgermeister Hans-Werner Koch hat den Vorwurf der Grünen entschieden zurückgewiesen, er habe sich bei einer Kundgebung der Jungen Nationaldemokraten am Wochenende „weggeduckt”.
Auch habe er keineswegs etwas gegen eine Gegendemonstration gehabt. Nur öffentlich dazu aufrufen habe er nicht gewollt, um den Jung-Nationalen nicht in die Falle zu gehen.
Der rechte Nachwuchs habe bewusst eine Demonstration angemeldet, um so den Polizeiapparat in Schwung zu bringen - in der Hoffnung, dass es zu Ausschreitungen bei den Gegendemonstranten kommen würde. Ein Aufruf zu einer Gegenkundgebung hätte lediglich die linken Autonomen nach Herdecke gelockt, so die Befürchtung des Bürgermeisters nach Gesprächen mit der Polizeiführung.
„Ich wollte eine Gegendemo nicht verhindern”, betonte er jetzt im Hauptausschuss und begrüße es am Ende sogar, dass auch in der Kürze der Zeit noch Gegenwehr organisiert wurde. „Im allerletzten Moment” allerdings, unterstrich Peter Gerigk von den Grünen. Er hätte sich eine frühere Information der Parteien gewünscht. Die Diskussion über den richtigen Weg, auf eine rechte Kundgebung zu reagieren, wollte er sich jedenfalls „nicht nehmen lassen.”
„Runder Tisch gegen
Rechtsextreme” kommt
„Man kann über den richtigen Weg im Umgang mit solchen Veranstaltungen sicher streiten”, gab der Bürgermeister zurück, „aber der Versuch der Grünen, durch Argumentation und Wortwahl mein Handeln zu diskreditieren, hilft nur diesen Nazis.”
Jochen Plaßmann (FDP) fand den Ansatz des Bürgermeisters richtig, die Sache vom Aufmerksamkeitswert her „tief zu hängen”. Wie auch CDU-Fraktionssprecher Gerald Dyker hätte er sich aber eine frühere Information gewünscht. Während die Kritik der Grünen am Vorgehen des Bürgermeister nur bei der CDU Anklang fand, wurde der Grünen-Vorschlag für einen „Runden Tisch gegen Rechtsextremisten” ohne Gegenstimmen angenommen.