Kinderheim soll Namen von Opfer tragen
17.07.2009 | 16:27 Uhr 2009-07-17T16:27:00+0200Ein Kinderheim, das ganz in der Nähe des früheren Johanna-Helenen-Heims gebaut werden soll, wird nach Marianne Behrs benannt.
Die heute 59-Jährige zählt zu den Kindern, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit im Johanna-Helenen-Heim misshandelt worden sind und oft noch heute unter den Folgen leiden.
Bei einem Gespräch in der Vorwoche haben Vertreter der Evangelischen Stiftung Volmarstein und der Freien Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim weitreichende Verabredungen über eine engere Zusammenarbeit getroffen. In der ESV hatte vor drei Jahren, noch unter dem damaligen Vorstandschef Ernst Springer, eine Aufarbeitung der Heimgeschichte begonnen. Den Opfern ging das zunächst nicht weit genug, so dass sie selbst nach Zeugen und Zeugnissen der Seelenqual von behinderten Kindern suchten.
Vor wenigen Wochen haben die beiden Historiker, die im Auftrag der ESV die Heimzustände erforscht hatten, ihre zentralen Ergebnisse vorgelegt. Ende des Jahres soll daraus ein Buch geworden sein, das außer dem Vorwort von Professor Schmuhl auch ein Vorwort der Freien Arbeitsgruppe enthalten wird - auch das ein Teil der Verabredungen. Vereinbart wurden auch konkrete Hilfen für ehemalige Heimkinder, die heute noch in Häusern der ESV leben. Gibt es etwa Wünsche nach einer neuen Wohnsituation, sollen sie kurzfristig erfüllt werden.
Gleich zweimal spielte das Gedenken und Nachdenken über die Verhältnisse der Nachkriegszeit in der Gesprächsrunde eine Rolle. Vor Monaten schon hatte Jürgen Dittrich, der neue ESV-Chef, deutlich gemacht, dass er von einer Gedenktafel oder einem Mahnmal nicht viel hält. Stattdessen sprach er sich für „lebendige Steine” aus. Gemeint war damit eine Mitarbeiterschulung, die die Misshandlungen von damals thematisiert. Nun haben auch Marianne Behrs und ein weiteres Mitglied der Arbeitsgruppe ihre Mitarbeit zugesagt. Damit habe der Versuch, sensibel zu sein, den Anfängen von Machtmissbrauch in der Pflege entgegenzutreten, „einen ganz anderen Klang”, freut sich Jürgen Dittrich.
Marianne Behrs überlegt derweil, wie das Gedenken in dem Heim aussehen kann. Eine Wand mit Fotos stellt sie sich vor, und mit den Namen der geschundenen Kinder.
10:21
Geschehenes kann man leider nicht ungeschehen machen. Daran zu arbeiten das soetwas nie wieder vorkommt ist ein guter Weg. Die ESV hat einen guten Ansatz. Das nimmt den Betroffenen zwar nicht ihre Erlebnisse, aber verhindert vielleicht das andere diese Dinge auch erleben müssen.
20:12
Wann rücken diese Kinderschänder (Staat, Kirche und Firmen (Zwangsarbeit) endlich mit einer Entschädigung raus.
Alles andere Gesülze können sich diese Heuchler
sparen.