Kinder-Musikprojekt „Jeki“ wird erweitert und auch gekürzt

Jedes Grundschulkind in Herdecke kann ein Musikinstrument erlernen, das es sich selbst ausgesucht hat. Daher sind viele für eine Teilnahme am „Jeki“-Nachfolgeprojekt „Jekits“ .
Jedes Grundschulkind in Herdecke kann ein Musikinstrument erlernen, das es sich selbst ausgesucht hat. Daher sind viele für eine Teilnahme am „Jeki“-Nachfolgeprojekt „Jekits“ .
Foto: Pressestelle der Stadt Herdecke
Was wir bereits wissen
Ab Sommer wird das Musikprojekt „Jeki“ um Tanzen und Singen erweitert. Herdeckes Grundschulen hoffen weiter auf einen geförderten Instrumentalunterricht.

Herdecke..  Was zwei kleine Buchstaben doch für Auswirkungen haben können. Die NRW-Landesregierung beschloss, dass aus „Jeki“ ab dem Schuljahr 2015/16 „Jekits“ wird. Das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ soll um „t“ wie Tanzen und „s“ wie Singen erweitert werden. Der Schulausschuss und der Rat der Stadt Herdecke müssen am 4. bzw. 26. März entscheiden, ob alle Grundschulen weiterhin an dem Modell teilnehmen können.

Die Verwaltung befürwortet in der Sitzungsvorlage nach acht Jahren „Jeki“ eine Fortsetzung. „Mit diesem Erfolgsprojekt bekamen alle Grundschulkinder die Möglichkeit, frühzeitig ein Instrument kennenzulernen“, sagt Ulrike Dittmar-Dretzler. Die Leiterin der städtischen Musikschule, die das Projekt koordiniert, will der Entscheidung nicht vorgreifen, verweist aber – ähnlich wie es in der schriftlichen Begründung steht – auf die Errungenschaften. „Gevelsberg und Herdecke wurden damals beim Projektstart für den Kreis ausgewählt. Dazu können wir dank der Stadtsparkasse und Werner-Richard-/-Dr.-Carl-Dörken-Stiftung viele Instrumente in einem guten Zustand anbieten.“

Bekanntgabe Ende Mai

Alle Grundschulen haben der Stadt mitgeteilt, weiter machen zu wollen. Die wiederum muss sich bis Ende März anmelden und erfährt im Mai, ob die Bewerbung angenommen wird. Da sich in Herdecke das System schon bewährt habe, gehen die Beteiligten von einer Zusage aus.

Zumal andere Kommunen bei Null anfangen. Durch „Jekits“ will das Land NRW nämlich auch Städte außerhalb des Ruhrgebiets in die Musikförderung einbinden. Während „Jeki“, das nur auf die hiesige Region beschränkt war, im Schuljahr 2017/18 ausläuft und bis dahin parallel mit dem neuen Programm organisiert werden muss, birgt die regionale und inhaltliche Ausweitung Vor- und Nachteile.

Wie bei „Jeki“ soll auch bei „Jekits“ das erste Jahr für die Erst- oder Zweitklässler kostenfrei sein. Neu ist, dass sich die Grundschulen für einen Schwerpunkt (Instrumente, Tanzen oder Singen) entscheiden müssen. Die Herdecker Schulen bevorzugen aufgrund der Vorgeschichte den Instrumentalunterricht, für den im zweiten Jahre eine monatliche Teilnahmegebühr von 23 und damit eine Erhöhung um drei Euro fällig würde, die beiden anderen Schwerpunkte würden 17 bzw. 12 Euro kosten. Nach dem verpflichtenden Unterricht zu Beginn ist die Teilnahme der Kinder im Folgejahr freiwillig. Der Geschwister-Beitrag beträgt nur die Hälfte, Ermäßigungen gibt es auch bei entsprechenden Sozialnachweisen.

Während „Jeki“ für die ganze Grundschulzeit angelegt war, umfasst die Nachfolgeregelung nur zwei Jahre. So erklären sich auch die geringeren Kosten für die Stadt: Nach bisher 30 000 Euro im Jahr müssten künftig etwa 19 500 Euro jährlich im Herdecker Haushalt bereit stehen. In der Übergangszeit vom kommenden Sommer bis 2018 mit parallel laufenden Programmen reduzieren sich die Aufwendungen nach Verwaltungsbrechnungen von nun 38 900 auf 26 500 Euro.

Vor- und Nachteile der Verkürzung

Zusätzlicher Vorteil: „Jekits“ ermöglicht der Musikschule einen flexibleren Einsatz ihrer Lehrkräfte, da durch die Verkürzung weniger Kinder zu unterrichten sind. Bisher entschieden sich viele Erstklässler bzw. deren Eltern nach der „Grundausbildung“ im Klassenverband für eine Fortsetzung, steht doch ein kostenloses Leihinstrument bereit. Durch die Reduzierung gebe es eine verminderte Weiterführung bzw. gar keine Vertiefung des Gelernten. Dies kostete bisher 35 Euro/Monat.

Hintergrund der Änderungen: Das Land NRW, das die musikalische Früherziehung finanziell fördert, kann einerseits mehr Schulen in das Programm aufnehmen. Andererseits kann sie durch die Verkürzung Geld einsparen.