Kinder erforschen den unsichtbaren Strom

Die Vorschulkinder in der Kita Reuterhaus in Wetter werden von dem Umweltpädagogen Kolja Bruch zu kleinen Laborfüchsen ausgebildet
Die Vorschulkinder in der Kita Reuterhaus in Wetter werden von dem Umweltpädagogen Kolja Bruch zu kleinen Laborfüchsen ausgebildet
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Was ist Strom? Was passiert, wenn die Lampe leuchtet? Das lernen die Vorschulkinder der Kita Reuterhaus in Wetter von dem Umweltpädagogen Kolja Bruch.

Wetter..  Ganz schön knifflig für kleine Hände, die Kabelenden mit dem Plus- und dem Minuspol einer Batterie und dann auch noch mit einer Glühbirne zu verbinden. Doch Christopher, Mia, Melina und die anderen zehn Vorschulkinder der Kindertagesstätte Reuterhaus schaffen es am Ende. Leuchtende Lämpchen sind der sichtbare Beweis.

Noch viel schwieriger aber als die Fingerübungen für die Hände sind die vielen Informationen für die kleinen Köpfe: Was ist Strom? Was passiert, wenn die Lampe leuchtet? Um den Kindern das zu erklären, ist in dieser Woche der Umweltpädagoge Kolja Bruch mit seinem Projekt „Laborfüchse“ zu Gast in der Kita Reuterhaus.

„Wir spielen heute Strom“, kündigt Kolja Bruch an, nachdem alle Vorschulkinder aus der Gruppe ihren kleinen weißen Kittel angezogen haben. So sehen echte Forscher aus! Dann spannt der Umweltpädagoge eine Schnur einmal durch den ganzen Raum; an allen vier Ecken ist an Stühlen befestigt. „Das ist unser Stromkreis“, so Bruch weiter. „Und was brauchen wir jetzt noch?“ fragt er die Kinder? „Eine Batterie“, rufen Melina und Marie. „Richtig“, lobt der Fachmann und ernennt sich selbst zur Batterie. Ein Tisch wird kurzerhand zur Lampe umfunktioniert, und die Kinder spielen die Elektronen. „Leider kann man Strom nicht sehen, und die Batterie ist ja auch nur die Pumpe, die den Strom zum Fließen bringt. Viele Erwachsene glauben, der Strom steckt in der Batterie, aber das ist falsch. Denn der Strom steckt schon im Kabel“, erklärt Kolja Bruch. Und damit der Kinder-Strom von der Minus-Seite der „Batterie“ an der Schnur entlang einmal durch den Raum, unterm Tisch hindurch zur Plus-Seite läuft, gibt es dort jedes Mal einen Keks.

Und warum laufen die Elektronen alle vom Minus zum Plus? „Elektronen hassen Minus“, ruft Christopher. „Stimmt, denn die Elektronen sind selber Minus, deswegen laufen sie von dort weg zum Plus“, erklärt Kolja Bruch kindgerecht. Und dass die Lampe leuchtet, wenn die Elektronen durchflitzen, das können die Kinder anschließend bei den Experimenten mit richtigen Kabeln, Batterien und Glühbirnen ausprobieren.

Am Ende der einwöchigen Projektwoche werden die Vorschulkinder aus dem Reuterhaus gelernt, erlebt und erfahren haben, dass Strom nützlich ist, viele Sachen nur mit Strom funktionieren, dass Strom nur im geschlossenen Stromkreis fließt, dass Elektronen vom Minuspol zum Pluspol wandern und natürlich auch, dass Strom gefährlich ist. „Dafür bekommen sie am Ende alle einen Button, der sie als Laborfuchs auszeichnet“, freut sich auch Kita-Leiterin Rita Rohn über die erlebnis- und lehrreiche Projektwoche – ein echter Gewinn!