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Gewalt im Nachkriegsheim

Kinder blickten ins Herz der Finsternis

02.04.2009 | 16:47 Uhr

Die Freie Arbeitsgruppe Johanna-Helenen-Heim sieht sich durch den Zwischenbericht der beiden Historiker bestätigt, die im Auftrag der ESV die Zustände in dem früheren Heim für behinderte Kinder untersuchen.

Zudem fordert die Freie Arbeitsgruppe, dass am bundesweiten „Runden Tisch zur Aufarbeitung des Schicksals von Heimkindern” Misshandlungen an körperbehinderten Kindern besondere Aufmerksamkeit erfahren.

In der vorigen Woche hatten die Bielefelder Historiker Hans-Walter Schmuhl und Ulrike Winkler vorgetragen, was sie in zwei Jahren Forschungsarbeit über die Gewalt im Johanna-Helenen-Heim der unmittelbaren Nachkriegszeit herausgefunden haben. „In dem Heim herrschten Willkür, Zerstörung, Angst und Einsamkeit. Man blickte in das Herz der Finsternis”, zitiert die Evangelische Presseagentur die Zusammenfassung von Ulrike Winkler.

Die Schwächsten

mussten leiden

Die Arbeitsgruppe freute sich über den Dank der Historiker für viele wertvolle Informationen aus der Gruppe. Sie hatte sich vor drei Jahren nach einer ersten „Volmarsteiner Erklärung” gegründet, die für viele Betroffene von damals aber nur unzureichend war. Jürgen Dittrich, Vorstand der heutigen Evangelischen Stiftung Volmarstein und damit der Nachfolgeeinrichtung des damaligen Trägers, hat bereits eine Überarbeitung der Erklärung angekündigt.

Für Gruppensprecher Helmut Jacob ist es nun „an der Zeit, dass der Runde Tisch in die Pflicht genommen wird und anerkennt, dass nicht nur Erziehungszöglinge misshandelt wurden” in deutschen Heimen. Auch behinderte Kleinkinder und Kinder hätten „unter Folter, Brutalitäten und sexuellen Übergrifen leiden müssen”, so Helmut Jacob nun auch unter Berufung auf das Historikerteam Schmuhl/Winkler und seine Zwischenergebnisse.

Klaus Görzel

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