Keine gravierenden Mängel in der Pflege

Die Qualität der Pflege im Ennepe-Ruhr-Kreis wird regelmäßig kontrolliert.
Die Qualität der Pflege im Ennepe-Ruhr-Kreis wird regelmäßig kontrolliert.
Foto: WAZ / FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Kreisverwaltung stellt Senioren-, Pflege- und Wohnheimen für Behinderte ein gutes Zeugnis aus. Bei den Kontrollen seien keine gravierenden Mängel festgestellt worden. Auch Beschwerden geht man nach.

Wetter/Herdecke..  Das Thema Pflege und Heimunterbringung rückt meist erst in den Blickpunkt, wenn in der eigenen Familie darüber gesprochen werden muss. Dann aber stellt sich die Frage, wie und wo ein Angehöriger betreut werden soll. Nach dem Willen der Landesregierung sollen die Möglichkeiten vor allem vielfältig sein. Also sind die Aufsichtsbehörden inzwischen auch gehalten, weit mehr Wohnformen unter die Lupe zu nehmen als es früher üblich war. „Wohngemeinschaften, Servicewohnungen aber auch Tagespflegeeinrichtungen werden nach den neuen Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes geprüft“, erklärt Bernd Biewald, zuständiger Leiter des Sachgebietes Heimaufsicht und Pflegemanagements. Und dabei geht es nicht nur um Einrichtungen für Senioren, sondern auch für Behinderte.

Gravierende Mängel nur selten

„Insgesamt ist in den Einrichtungen im EN-Kreis eine gute Pflege- und Betreuungsqualität festzustellen. Im Verhältnis zu den Einrichtungszahlen und Platzzahlen sind gravierende Mängel eher die Ausnahme.“ Dieses Fazit zieht die Aufsicht nach dem Wohn- und Teilhabegesetz, kurz WTG-Aufsicht, in ihrem Tätigkeitsbericht für die Jahre 2013/2014. Als Teil der Kreisverwaltung ist die Aufsicht für 44 Pflegeeinrichtungen, 24 Einrichtungen der Eingliederungshilfe und fünf Kurzzeitpflegen mit insgesamt 5076 Plätzen zuständig.

2013 und 2014 sind die Mitarbeiter der WTG-Aufsicht – früher hieß es Heimaufsicht – 135 Mal unangemeldet zu Routinekontrollen in die Heime gekommen. In vier Fällen gab es anlassbezogene Kontrollen. „Vereinzelt“, so Fachbereichsleiterin Astrid Hinterthür, „stellten die Mitarbeiter Pflege- und Betreuungsmängel fest.“ Als Beispiele nennt sie etwas die unzureichende soziale Betreuung. In diesen Fällen reagiere man mit intensiven Beratungen sowie engmaschigen Nachprüfungen. „Der Erfolg gibt uns Recht, in der Regel waren die Einrichtungen in der Lage, die aufgezeigten Mängel unverzüglich zu beseitigen.“

Es gebe aber auch immer wieder Einrichtungen, die in ihrer Qualität nach unten abdriften würden, sagt Bernd Biewald. Hier ist die Aufsichtsbehörde nicht nur Kontrollorgan, sondern auch in der Pflicht, Beratungen für die Heime anzubieten. „In fünf Fällen hat das dazu geführt, dass man sich auf einen Aufnahmestopp geeinigt hat“, so Biewald. Und das sei durchaus im Interesse der Heime. Denn: „Die Träger wollen gute Qualität anbieten, schließlich stehen sie im Wettbewerb mit anderen. Da ist es nicht hilfreich, wenn schlecht über ein Haus gesprochen wird.“

In den vergangenen zwei Jahren ging die WTG-Aufsicht zudem insgesamt 55 Beschwerden nach. Hauptgründe waren wie in den Vorjahren die Pflege- und Betreuungsqualität sowie – mit steigender Tendenz – die personelle Besetzung. „Das Bearbeiten von Hinweisen auf mögliche Mängel insbesondere bei der Pflege und Betreuung der Bewohner der Einrichtungen hat bei uns eine sehr hohe Priorität“, betont Biewald. „Jeder eingegangenen Beschwerde wird nachgegangen.“

Doch auch die Heime sind gehalten, Meldung an die Aufsichtsbehörde zu machen, wenn zum Beispiel die Fachkräfte-Quote nicht eingehalten werden kann. 50 Prozent der Mitarbeiter müssen eine mindestens dreijährige Ausbildung absolviert haben. Auch das wird bei den Kontrollen überprüft.

Weniger Kontrollen

Kontrollen werden in Zukunft angesichts der gewachsenen Aufgaben allerdings seltener durchgeführt. Statt einmal im Jahr sollen Einrichtungen, die regelmäßig gute Qualität bieten, nur noch alle zwei Jahre besucht werden. „Dort, wo es Probleme gibt, werden wir aber weiter engmaschig kontrollieren“, so Biewald. Und auch bei einem Wechsel in der Leitung würde man schauen, welchen Einfluss das auf die Qualität hat. Grundsätzlich sieht der Pflegeexperte die Angebote in der Region aber gut aufgestellt. „Die Menschen, die in der Pflege arbeiten, machen einen guten Job. Das wird nur leider zu selten gewürdigt.“