Kein Zweifel an der Trunkenheit

Wetter..  Nach einem tiefen Blick ins Glas gingen einem 56-jährigen Wetteraner die hochprozentigen Getränke aus. Nachschub wollte er sich in einem Tankstellen-Shop verschaffen. Dafür setzte er sich auch gerne hinter das Steuer seines Autos. Wegen dieser Promillefahrt musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Die Mitarbeiterin der Tankstelle an der Kaiserstraße und ein Kunde benötigten am Morgen des 21. Dezember nicht lange, um den Zustand des Wetteraners zu registrieren. Kaum aus seinem Wagen gestiegen, fiel der 56-Jährige durch starkes Schwitzen und Zittern auf, konnte sich zudem nur unsicher auf den Beinen halten. Als er dann im Shop noch einen Flachmann orderte, sahen die Zeugen Handlungsbedarf. Während die Verkäuferin die Polizei informierte, hinderte der Kunde den Wetteraner unter einem Vorwand an der Weiterfahrt. Beamte erschienen und wenig später bestätigte ein Test die Befürchtung der Zeugen: Der Mann hatte etwa 1,2 Promille Alkohol im Blut. Der Führerschein wurde sofort sichergestellt. Per Strafbefehl wurde er zu einer Geldstrafe und einer Sperrfrist zur Neuerteilung einer Fahrerlaubnis verurteilt. Dagegen legte er Einspruch ein.

Torkelnd an der Tankstelle

Vor Gericht erschien er jetzt dennoch nicht, und die Sache wurde in seiner Abwesenheit verhandelt. Dafür kamen die Zeugen. So erinnerte sich die Angestellte der Tankstelle noch gut daran, dass der 56-Jährige lange gebraucht habe, um aus seinem Auto zu steigen und dass er getorkelt sei.

Der Verteidiger war davon überzeugt, dass sein offenbar alkoholabhängiger Mandant die Ausfallerscheinungen nur draußen und nicht während der Fahrt gehabt habe, verwies in dem Kontext auf Entzugserscheinungen und plädierte auf Freispruch. Staatsanwaltschaft und Gericht sahen es anders. Der Wetteraner wurde wegen der Fahrt unter Alkoholeinfluss zu 30 Tagessätzen à 15 Euro und vier Monaten Sperrfrist verurteilt. Richter Heinz-Dieter Beckmann brachte es auf den Punkt: „Zeichen für eine absolute Fahruntüchtigkeit hat es auf jeden Fall gegeben.“