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Kein Freudentaumel bei den Händlern

13.03.2008 | 18:54 Uhr

Nachricht vom Durchbruch bei Verhandlungen um Einkaufszentrum stößt bei Wetters Ladenbesitzern auf Skepsis.

Wetter. Begeisterung sieht anders aus. Vorgestern hat die Stadt den Durchbruch bei den Verhandlungen mit dem Investor ITG um das Einkaufszentrum verkündet. Die Einzelhändler vor Ort sind jedoch skeptisch, ob sich die erhoffte Magnetwirkung einstellt.

Ohne die Fertigstellung der Ruhrbrücke hat das Zentrum keine Chance, mein Juwelier Jürgen Vanoucek. Fotos: Heinz Hendel

Die Hoffnung bei der Planung der überdachten Einkaufsmeile lautet: Wer sich am Bahnhof versorgt, bummelt auch noch weiter an die Kaiser- und Königstraße. Die Friseurmeisterin Nadine Stein weiß aber aus eigener Erfahrung: „Wenn ich in ein Einkaufszentrum wie die Volmegalerie in Hagen gehe, habe ich alles unter einem Dach. Ich mache meine Besorgungen und fahre wieder nach Hause.” Die Neuigkeiten über das Einkaufszentrum sorgten in ihrem Salon am Donnerstag schon für reichlich Gesprächsstoff. „Einige Kunden meinten im Spaß, bei dem Datum für den Vertrag habe man wohl die Jahreszahl vergessen”, erzählt Nadine Stein. Die Zuversicht der Bürger, dass der Tümpel einem Einkaufstempel weichen wird, ist nach ihren Beobachtungen nicht groß. Zu lange hätten sich die Verhandlungen hingezogen: „Viele Wetteraner glauben gar nicht mehr daran, dass da überhaupt noch etwas passiert.” Grundsätzlich findet der Buchhändler Hans-Günter Draht die Idee eines Zentrums in Bahnhofsnähe gut. „Aber da muss Qualität rein, nicht nur Discounter”, macht er deutlich. Die Pläne des Investors bleiben ein Stück weit hinter seinen Erwartungen zurück: „Das ist quadratisch-praktisch-gut. Aber nichts, was ich in anderen Städten nicht auch finden würde.” Seine Vision wäre, für die Gestaltung des Einkaufszentrums noch einen bekannten Künstler wie Ottmar Alt zu gewinnen: „Dann hätten wir in Wetter etwas Einzigartiges, das vielleicht sogar pünktlich zur Kulturhauptstadt 2010 fertig wäre”, blickt er in die Zukunft.

Hat in ihrem Salon das Ohr am Bürger: Nadine Stein.

Mit gemischten Gefühlen verfolgt er die Entwicklung des Projektes mit der ITG in der letzten Zeit. „Entgegen der ursprünglichen Beteuerungen wird auf den bestehenden Einzelhandel wenig Rücksicht genommen”, sagt er. „Das ist schade für die Geschäfte, die hier in Wetter viele Jahre gekämpft haben.” Er fürchtet, dass große Ketten mit Filialen in das Zentrum einziehen, die den bestehenden Einzelhandel austrocknen lassen. „Ich befürchte, es gibt nur zwei Möglichkeiten”, sagt auch der Juwelier Jürgen Vanoucek. „Entweder das Einkaufszentrum läuft. Dann geht alles um das Zentrum herum kaputt. Oder das Einkaufszentrum läuft nicht. Dann geht in Wetter gar nichts mehr.”

Hofft auf Kunst am Bau: Buchhändler Hans-Günter Draht.

Er glaubt, dass der Erfolg des Zentrums mit der Fertigstellung der neuen Ruhrbrücke steht und fällt. „Von Alt-Wetter allein kann das Einkaufszentrum nicht leben”, ist er überzeugt.

Von Steffie Friske

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