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Kater hat Schuss in den Kopf überlebt Enderin rettet freilaufendes Tier / Unbekannter schießt auf Katzen

05.06.2007 | 11:50 Uhr

Herdecke-Ende. Mit einer Kleinkaliberwaffe hat ein Unbekannter vor ein paar Tagen in der Nähe des Ender Krankenhauses auf den Kopf eines freilaufenden Katers geschossen: Das schwer verletzte Tier schleppte sich zu Stephanie Zander, die mit Tochter Elisa

"Vor über zwei Wochen hat der Kater uns zum ersten Mal besucht. Wir haben ihn ein paar Mal gefüttert. Aber letzte Woche kam er zwei Tage gar nicht, was aber bei einem freilaufenden Tier auch nicht weiter ungewöhnlich ist", erzählt Stephanie Zander, die als Logopädin am benachbarten Gemeinschaftskrankenhaus arbeitet. Freitagmittag habe ihre Tochter sie dann völlig aufgelöst bei der Arbeit angerufen. "Komm schnell nach Hause, dem Kater geht es ganz schlecht", hatte Elisa ins Telefon gerufen.

Stephanie Zander: "Als ich das Tier sah, dachte ich, mich trifft der Schlag. Der Kater war nur noch ein Häufchen Elend, total verdreckt, hatte eine ganz dicke Beule am Hals, röchelte und rang nach Luft." In ihrer Not brachte sie den Kater zu Tierärztin Dr. Bärbel Hausmann, die sich sofort bereit erklärte, das Tier auf eigene Kosten zu behandeln; denn schließlich ist "Murphy", wie ihn die Zanders inzwischen getauft haben, "nur" ein zugelaufener Kater. "Auf dem Röntgenbild sieht man, dass eine Kugel den linken Unterkiefer zertrümmert hat. Die Splitter sind überall im Hals, und das Projektil steckt unterhalb des rechten Unterkiefers. Es muss also jemand von oben quer durch den Kopf des Katers geschossen haben", so Stephanie Zander. "Wer tut so etwas?" fragt sie entsetzt.

Murphy jedenfalls machte trotz seiner schweren Verletzung einen so positiven Eindruck auf die Tierärztin und seine Retter, dass sie beschlossen, ihn nicht einzuschläfern. Zumal er auch mit etwa vier Jahren noch ein relativ jung ist. Stephanie und Elisa Zander kümmern sich nun nahezu pausenlos um Murphy, geben ihm Medikamente, füttern ihn mit Astronautenkost und waschen sein Fell. "Das will er immer selbst machen, aber er kann es nicht, weil ihm alles weh tut", so Stephanie Zander. Sie fürchtet, dass das Tier um eine Operation in der Duisburger Tierklinik nicht herumkommt. "Wir hoffen zwar, dass er eine Kompensationsstrategie entwickelt, um wieder allein fressen zu können, aber es sieht nicht so gut aus."

Und weil so eine Operation einige hundert Euro kostet, ist Tochter Elisa schon einmal in der Nachbarschaft und im Krankenhaus sammeln gegangen. "Dabei hat sich übrigens herausgestellt, dass auch ein Arzt und ein Pfleger ihre Katzen erschossen hier im Umkreis von 500 Metern gefunden haben. Und diese Katzen hatten auch Schussverletzungen im Kopf", so Stephanie Zander. Sie jedenfalls ist direkt zur Polizei gegangen und hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. "Es ist mir außerdem wichtig, dass die Menschen hier Bescheid wissen; denn hier haben viele Tiere und auch Kinder."

Übrigens: Wer sich ebenfalls mit einer Spende an den Operationskosten für Murphy beteiligen möchte, kann seine Spende in der Praxis von Dr. Bärbel Hausmann, Kirchender Dorfweg 40, abgeben. Und Stephanie Zander versichert: "Sollten wir mehr Geld zusammen bekommen, als wir für die Operation benötigen, wird dieses Geld natürlich Frau Dr. Hausmann bekommen."

Von Elisabeth Semme

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