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Kastration für ein besseres Leben

20.11.2009 | 16:22 Uhr

Schlechte Karten für unerwünschte Katzenbabys: Werden sie nicht eingesperrt oder gleich umgebracht, droht ihnen ein Leben in der Natur. Autoverkehr, Krankheiten und zu wenig Nahrung machen ihnen dort das Leben zur Qual.

Um gefährdeten Katzen ein solches Schicksal zu ersparen, wird der Verein „Menschen helfen Tieren” aktiv: Im Dezember starten die Tierschützer eine Kastrations-Aktion für Stubentiger von Bedürftigen.

Finanziell schwächer gestellte Bürger der Städte Wetter und Herdecke müssen für die Kastration ihrer Tiere dann nur etwa die Hälfte der üblichen Operationskosten bezahlen: 30 Euro für die Kastration eines Katers, 45 für die einer Katze.

Unterlagen an die

Geschäftsstelle

Bedingung ist die Einsendung eines Bedürftigkeitsnachweises – etwa der Rentenbescheid oder die Hartz-IV-Bescheinigung – an die Vereins-Geschäftsstelle, Kirchender Dorfweg 40, in Herdecke.

Anschließend entscheidet der Vorstand darüber, ob das Tier für die Aktion infrage kommt. Dann wird ein Termin für die Kastration vereinbart. Die Operation übernimmt Bärbel Hausmann, Tierärztin und zweite Vorsitzende des Vereins „Menschen helfen Tieren”, in ihrer Praxis.

Spricht Claudia Taubert über die Situation wild lebender Katzen, wird klar, warum Handlungsbedarf besteht: „Dass Katzen draußen schon irgendwie klarkommen, ist ein Irrtum”, sagt die Geschäftsführerin des Tierschutzvereins. Regelmäßig sammeln sie und ihre Mitstreiter draußen herrenlose Tiere auf. Meist befänden diese sich in einem fürchterlichen Zustand.

„Je mehr Katzen auf engem Raum zusammenleben, desto eher treten Krankheiten auf”, sagt Claudia Taubert. Die Verbreitung von Katzenseuche und Katzenschnupfen nehme rasant zu. Die meisten Tiere seien schlecht ernährt.

Ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen, ist nicht leicht: „Die Tierheime sind voll. Viele Tierschutzvereine haben mittlerweile einen Aufnahmestopp verhängen müssen”, sagt die Tierschützerin. „Es gibt genug Katzen”, stellt Claudia Taubert unmissverständlich klar. „Wer eine Katze haben möchte, kann immer eine finden – egal, ob im Tierheim oder beim Züchter. Deshalb muss sich die eigene Katze nicht auch noch vermehren.”

Abhilfe schaffe da nur eine Kastration. Es mache keinen Sinn, die nicht kastrierten Tiere in der Wohnung einzusperren. „Eine Kätzin wird regelmäßig rollig, was für sie eine extreme körperliche Belastung bedeutet. Und ein Kater fängt an, zu markieren.”

Um wie viele Stubentiger sich der Tierschutzverein kümmern kann, ist noch unklar. „Wir wissen überhaupt noch nicht, was da auf uns zukommt”, sagt Claudia Taubert. „Wir warten ab, wie groß die Nachfrage ist, und dann entscheiden wir individuell über jeden einzelnen Fall.”

Sebastian Korinth

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Kommentare
23.11.2009
07:32
Kastration für ein besseres Leben
von Antonietta | #1

Kastration von Katzen ist aktiver Tierschutz.

Nur wer ein Tier aus dem Tierschutz zu sich holt, anstatt das Geschäft mit der Ware Tier durch Nachfrage weiter zu fördern, hilft Tierelend auf lange Sicht zu verringern.
www.tierheimlinks.de

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