Karl Hartmann will unterhalten, nicht belehren

Ist im Alltag nie ohne Schreibzeug unterwegs und gastiert jetzt mit seinem neuen Soloprogramm  an zwei Abenden im Theater am Stiftsplatz: der in Wengern aufgewachsene und in Hohenlimburg lebende Schauspieler Karl Hartmann.
Ist im Alltag nie ohne Schreibzeug unterwegs und gastiert jetzt mit seinem neuen Soloprogramm an zwei Abenden im Theater am Stiftsplatz: der in Wengern aufgewachsene und in Hohenlimburg lebende Schauspieler Karl Hartmann.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Alltägliches und viel Sophisches oder Das Leben ist wie Du und ich“ heißt das Soloprogramm des Schauspielers Karl Hartmann, mit dem er in Herdecke gastiert.

Herdecke..  Der Kauf einer Currywurst kann einem schon mal die Augen öffnen für die Weltwirtschaftsprobleme. Meint Schauspieler Karl Hartmann und hat diese eigentlich banale Geschichte in sein Kabarettprogramm „Alltägliches und viel Sophisches oder Das Leben ist wie Du und ich“ aufgenommen, mit dem er am Wochenende im Theater am Stiftsplatz gastiert.

Offen durchs Leben gehen

Egal ob er gerade Bahn fährt, ein Telefonat führt oder Werbung schaut – Karl Hartmann schlüpft besonders im Alltag immer wieder in die Rolle des Beobachters. Es sind die Menschen und ihre Marotten, Erlebnisse und manchmal sogar Abenteuer, die ihn ebenso interessieren wie die kleinen Geschichten am Rande, die so oft für das große Ganze stehen. „Man muss offen durchs Leben gehen. Ich habe immer etwas zu schreiben dabei und notiere sofort, was ich unterwegs beobachte“, sagt der 58-Jährige. Aus genau diesen Alltagsbeobachtungen und -geschichten besteht sein neues Soloprogramm – übrigens das erste, das er komplett selbst geschrieben hat. „Es sind Texte, die humorvoll sind und zum Nachdenken anregen“, verrät er. Und ergänzt augenzwinkernd: „Ich will mein Publikum unterhalten, aber nicht belehren oder gar ein philosophisches Seminar abhalten.“

Hartmanns großes Vorbild, auch in Sachen Humor, ist der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch: „Er saß einfach da und hat Geschichten erzählt.“ So ungefähr könne man sich auch sein Programm vorstellen, wobei er selbst seine Texte auf der Bühne im Stehen vorträgt: „Ich stehe mit meinen Zetteln am Pult und mache es mir dort heimelig.“

Fragt man Karl Hartmann nach seinem Beruf, bekommt man Folgendes zur Antwort: „Erzieher und Schauspieler.“ Als Schauspieler steht der in Wengern aufgewachsene Hartmann derzeit mit mehreren Ensembles auf der Bühne. Neben dem Theater am Stiftsplatz ist er auch in der Komödie Hagen und dem Theater unterm Schloss in Hohenlimburg zu sehen. „Das Stück ,Pension Schöller’, das ich auch inszeniere, feiert im November hier am Stiftsplatz Premiere“, so Hartmann. In Hagen steht er für das Sartre-Stück „Geschlossene Gesellschaft“ auf der Bühne, und in Hohenlimburg mit Thornton Wilders „Unsere kleine Stadt“. Doch mit der Schauspielerei und den Kabarett-Abenden erschöpfen sich die künstlerischen Aktivitäten des Karl Hartmann keineswegs: Gemeinsam mit der Musikerin Birgit Kramarczyk ist der 58-Jährige immer wieder auch als „Duo Zufall“ unterwegs. Dann unterhält er sein Publikum mit musikalisch-literarischem Kabarett. Woher die Texte stammen? „Von Tucholsky, Heine und Hesse“, sagt Hartmann. Er kann ja auch nicht immer alles selber machen.

Die Kabarettabende beginnen am Freitag und Samstag, 24./25. April, jeweils um 19.30 Uhr. Karten für 12,50 Euro gibt es am Mittwoch, 22. April, von 17 bis 18 Uhr im Theaterfoyer, unter Tel. 0 23 30/1 38 14 und an der Abendkasse.