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Kandidat von Rechtsaußen

13.03.2012 | 15:41 Uhr
Kandidat von Rechtsaußen
Olaf Rose war zehn Jahre Teilzeit-Archichar der Stadt Herdecke und ist von der NPD als Bundespräsidentschaftskandidat benannt worden.

Herdecke. Für die Wahl des Bundespräsidenten am kommenden Sonntag, 18. März, hat die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) am 3. März Olaf Rose nominiert. Der 54-Jährige ist in der Ruhrstadt kein Unbekannter: Von 1987 bis 1996 war er als Teilzeit-Archivar bei der Stadt Herdecke angestellt. Seine Nominierung weckt bei heimischen Politikern lebhafte Erinnerungen - vor allem an Schlüsselerlebnisse und auch an Auseinandersetzungen mit dem Historiker.

„Wir haben Olaf Rose damals geholt, weil er sich mit der nationalsozialistischen Zeit intensiver auseinander setzen sollte als sein Vorgänger Gerhard E. Sollbach“, erzählt Gerigk, der schon zur damaligen Zeit für die Grünen im Herdecker Rat saß. „Damals war er noch nicht der Nazi, der er heute ist.“

Mitverfasser einerStadtchronik

In den 1990er Jahren dann, so Gerigk, sei ihm bewusst geworden, „dass Rose rechts angehaucht ist“. Sein „Coming-Out als Rechter“ aber habe Olaf Rose bei einer Veranstaltung 1995 im Begegnungszentrum Westende gehabt. Peter Gerigk: „Zu der Zeit gab es gerade die Wehrmachts-Wanderausstellung, und Olaf Rose behauptete an besagtem Abend, die Wehrmacht hätte keine Verbrechen im Russland-Feldzug begangen, und die Ausstellung sei unseriös. Darüber bin ich dann voll mit ihm aneinander geraten.“

Peter Gerigk erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass Olaf Rose Mitverfasser der Chronik „250 Jahre Stadt Herdecke - 1739 bis 1989“ ist. „Das ist auch auf der Homepage von Rose zu finden, was ja mehr als peinlich ist“. Gerigk: „Ich habe aber schon damals, 1989, bestimmte Stellen in dem Buch angekreuzt, die mir nicht ganz geheuer waren.“

Hoch qualifiziert und ohne adäquaten Job

Nach Bekanntwerden der rechten Gesinnung Olaf Roses, die ihn schließlich auch die Weiterbeschäftigung in Herne kostete, machten zwei Herdecker Bürger mobil: Willi Creutzenberg, Historiker und Gymnasiallehrer, und der Grünen-Politiker Hermann Wenz. Gemeinsam stellten sie an den Hauptausschuss Herdecke einen Antrag, dass es seitens der Stadt zukünftig keine weitere Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Archivar geben werde. Der Hauptausschuss stimmte diesem Antrag am 17. Juli 2003 zu.

„Zu seinen Herdecker Zeiten war Olaf Rose wohl noch nicht als NPD-Mann aktiv“, so Willi Creutzenberg im Rückblick. Später dann habe man herausfinden können, dass er sich in eine rechte Richtung entwickelt habe.

„Sein Weg ging dabei wohl über die Militärgeschichte, für die er sich sehr interessierte“, vermutet Creutzenberg. Er beschreibt den ehemaligen Stadtarchivar als einen durchaus hoch qualifizierten Mann, der aber stets gejammert habe, dass er trotz seiner vielfältigen Qualifikationen keinen adäquaten Job bekomme.

Auch nachdem Olaf Rose der Stadt Herdecke längst den Rücken gekehrt und die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Herne angetreten hatte, war Willi Creutzenberg bekannt, dass „die Stadt immer noch Kontakte zu ihm hatte“. Daraufhin stellte er gemeinsam mit Hermann Wenz jenen Bürgerantrag an den Hauptausschuss, der Kooperationen oder Kontakte zwischen dem NPD-Mann und der Ruhrstadt für immer unmöglich machen sollte.

Elisabeth Semme

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Kandidat von Rechtsaußen
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2012-03-13 15:41
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