Kampfabstimmung um Vorsitz im TSE

Ein Blick ins Fröbelhaus: Der TSE ist seit Jahren die wichtigste Größe bei der Kinderbetreuung in Wetter.
Ein Blick ins Fröbelhaus: Der TSE ist seit Jahren die wichtigste Größe bei der Kinderbetreuung in Wetter.
Foto: WP-Wetter
Was wir bereits wissen
Monika Stechemesser muss den Vorsitz des TSE in Wetter nach acht Jahren abgeben. Eine personelle Neuausrichtung in schwierigen Zeiten

Wetter..  Der Trägerverein Sozialer Einrichtungen in Wetter, kurz TSE, hat einen komplett neuen Vorstand. Monika Stechemesser, seit acht Jahren Vorsitzende, unterlag knapp Herausforderin Claudia Breitfeld. Mit Stechemesser waren auch ihre bisherigen Stellvertreter Egbert Willecke und Axel Peitz aus dem Rennen. Sie hätten nur im alten Dreier-Team zur Verfügung gestanden. Für sie wurden Inge Gregorincic und Nils Roschin gewählt. Der TSE betreibt in Wetter sechs Tageseinrichtungen für Kinder und steht vor großen Aufgaben.

Diskussion über die Struktur

„Wir haben damit gerechnet, dass es eng wird“, zeigt sich Monika Stechemesser wenig überrascht von der Abstimmung. Was könnte ihr übel genommen worden sein an der Amtsführung? Zwei Dinge fallen Monika Stechemesser ein: Bei den „Entwicklungen in der Villa Kunterbunt“ hätte sich unter den Mitarbeitern eine Stimmung gegen den Vorstand aufgebaut, sagt sie. Hier hatte es ein schließlich eingestelltes Arbeitsgerichtsverfahren gegen eine Mitarbeiterin und danach Umbesetzungen innerhalb des Teams gegeben.

Von einigen Eltern und Mitarbeitern übel genommen worden sei ihr sicher auch, dass sie nicht gleich für den Wiederaufbau des Reuterhauses eingetreten sei, nachdem der Kindergarten abgebrannt war. Nun will die Stadt im Schöntal für den TSE einen neuen Kindergarten bauen lassen, der Reuterhaus und dazu das Harkorthaus ersetzen soll. „Es gibt halt viele Ecken, an denen ich im Laufe der Jahre angestoßen bin“, hält Monika Stechemesser den Amtswechsel für eine ganz normale Sache. Sollen es nun mal die Anderen probieren.

An deren Spitze steht Claudia Breitfeld. Sie ist Mutter von vier Kindern und Ärztin in Erziehungszeit. „Ich bin angetreten, um es zu schaffen“, sagt sie und will nun mehr Zielvereinbarungen und Qualitätsmanagement für den TSE, so, wie sie das aus ihrem Beruf kennt. Was hat die Stimmung gegen den alten Vereinsvorstand umschlagen lassen? „Das Management um das gesamte Arbeitsgerichtsverfahren herum“, gibt Claudia Breitfeld zur Antwort, darunter die unzureichende Information von Eltern und Beschäftigten.

Die Paketkandidatur von Monika Stechemesser und ihren beiden Stellvertretern hat Claudia Breitfeld als Druckmittel empfinden. Das mag so angekommen sein, war aber nicht so gemeint, sagt Monika Stechemesser. „Wir Drei waren ein eingespieltes Team“, das in genau dieser Ergänzung so gut klar gekommen sei. Anders ließen sich die Aufgaben des ehrenamtlichen Vorstandes auch kaum bewältigen. Bei zwei Millionen Umsatz im Jahr sei der TSE „kein Hobby“ mehr. 58 Beschäftigte zählt er zur Zeit, 20 Stunden pro Woche sind für die Geschäftsführung neben der Vorstandsarbeit angesetzt.

Passt die Struktur des TSE noch zu den Dimensionen, die der Verein im Laufe der Jahre erreicht hat? Im TSE wird schon länger über die eigene Struktur diskutiert, weiß Monika Stechemesser. Mit Blick auf die „enge finanzielle Situation der Stadt“ sei aber alles beim Alten belassen worden. Die Stadt steht in engem Kontakt mit dem Verein wegen des geplanten Kindergartenneubaus im Schöntal. Erst diese Woche gab es ein Gespräch.

Sind die Ergebnisse durch den Führungswechsel jetzt hinfällig? Nein, sagt Bürgermeister Frank Hasenberg. Er geht davon aus, „dass die sehr vernünftige Zusammenarbeit“ fortgeführt wird. Bisher sei ehrenamtliches Engagement für den TSE selbst sehr wichtig gewesen. Wünsche der Verein eine andere Verteilung der Aufgaben, warte die Stadt auf ein Signal.