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Kaffeefahrt mit unbekanntem Ziel wird teuer

03.08.2015 | 12:00 Uhr
Kaffeefahrt mit unbekanntem Ziel wird teuer
Verlockend und doch durchschaubar: Das Angebot für eine „Sommerfahrt in die schönsten Naherholungsgebiete Deutschlands“.Foto: Susanne Schlenga

Wetter.   Rentnerin Margret Bläsing aus Wetter fällt Betrügern zum Opfer. Trotzdem oder gerade deswegen sucht sie die Öffentlichkeit: „Ich will alle warnen!“

Margret Bläsing weiß selbst nicht so genau, warum sie in diesen Bus eingestiegen ist. „15 Jahre habe ich die Briefe immer weggeschmissen, ich weiß doch, dass einem da etwas Falsches versprochen wird.“ Und doch, die „Sommerfahrt in die schönsten Naherholungsgebiete Deutschlands“, die nicht nur mit einem Frühstückskorb, sondern auch noch mit einem Hauptgewinn von 1000 Euro belohnt wird, hat sie schwach werden lassen.

Das Ergebnis: Margret Bläsing hat 316 Euro für zwei Reisen bezahlt, für die es kein konkretes Datum gibt. Den Geldgewinn gab es nicht, ein I-Pad, das ihr noch im Bus versprochen wurde, hat sie auch nicht bekommen. Jetzt sitzt sie in der Redaktion im Café Kornspeicher und ärgert sich über sich selbst.

Man habe sie telefonisch nicht erreichen können, steht in dem Brief an die Wetteranerin. Die Nummer, die im Schreiben angegeben ist, stimmt. Eine Glücksfee mit dem Namen Frau Wernermeier habe das Gewinn- Zentralregister mit Sitz im Bornwiesenweg 16 in Frankfurt gebeten, die Gewinnerin schriftlich zu informieren. Und in dem Brief ist die Rede von einen Auto, das bereits an einen Herrn P. Sommer übergeben wurde. Frau H. Franz habe ihre Reise „bereits gebucht“. Bleibt nur noch der Geldpreis für Frau Bläsing. „Noch nicht ausgehändigt“, steht unter einem Bild von Geldscheinen.

„Alles musste hopplahopp gehen“

Den Preis soll sie bekommen, wenn sie an einer Bustour teilnimmt. Eine Sonderfahrt mit unbekanntem Ziel. Einsteigen kann man an drei Haltestellen in Hagen, einer in Herdecke und drei Stationen in Wetter. „Wenn der Bus kommt, dann fahre ich mit“, hat die Rentnerin zu ihrem Mann gesagt. Und auch wenn der nicht einverstanden war, hat sie sich am Dienstag, 7. Juli, um 8.35 Uhr an am Ostholz an die Bushaltestelle gestellt.

Der Bus ist gekommen, die Fahrt ging ins Münsterland. Doch der Hauptpreis war angeblich nicht im Gepäck. „Da haben sie gesagt, das wäre der falsche Bus“, erzählt Margret Bläsing. Überhaupt hätten die beiden Männer, die die Tour begleitet hätten, geredet, geredet, geredet. „Die wussten genau, was sie sagen müssen.“ Und dass man die Teilnehmer am besten zu einer Unterschrift bringt, wenn es hektisch wird. „Der Bus sollte schon abfahren, da haben sie mir das Formular unter die Nase gehalten. Alles musste hopplahopp gehen.“

Jetzt hat sich Margret Bläsing an die Verbraucherzentrale gewandt. Noch einmal 25 Euro kostet sie das. Doch sie ist sicher, dieses Geld gut investiert zu haben. Auch wenn die Mitarbeiterin der Beratungsstelle der Wetteranerin nicht allzu viel Hoffnung gemacht hat, ihr Geld wiederzusehen. „Sie hat einen Brief mit einem Widerruf aufgesetzt. Mal sehen, was daraus wird.“

Und wenn es schließlich doch ein spätes Lehrgeld gewesen sein sollte, das die Wetteranerin mit ihre Entscheidung zur Sommerfahrt gezahlt hat, dann will es Margret Bläsing nicht umsonst getan haben. „Ich will alle warnen, sich nicht auf solche Touren einzulassen!“

Susanne Schlenga

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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/kaffeefahrt-mit-unbekanntem-ziel-wird-teuer-id10943097.html
2015-08-03 12:00
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