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Junger Mann bespuckt sein Gegenüber im Bus

08.06.2012 | 16:10 Uhr
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Wetter. Aggressiv gestimmt, hatte einem 21-Jährigen der harmlose Blick eines anderen Fahrgasts gereicht. In einem Linienbus in Wetter hatte er den Jugendlichen zunächst bespuckt, dann hatte er ausgeholt. Jetzt stand er wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Wetter – und das nicht zum ersten Mal.

Offenbar war der 3. September vergangenen Jahres nicht sein bester Tag gewesen. Übellaunig hatte der 21-Jährige abends in einem Bus der Linie 553 gesessen. Im Bereich der Haltestelle Stadtsaal war er dann ausgeflippt. „Was guckst Du so?“, hatte er sein Gegenüber gefragt. Als der pariert hatte, er könne gucken, wie er wolle, war er zur Tat geschritten. Erst hatte er den Jugendlichen angespuckt, um ihm direkt danach einen Faustschlag ins Gesicht zu verpassen. Einmal mehr hatte er sich einen vollkommen grundlosen Zornausbruch geleistet – diesmal auch noch unter laufender Bewährung.

Die Tat und der junge Mann, der jetzt in Wetter auf der Anklagebank saß, wollten nicht zusammenpassen. Verlegen hockte der 21-Jährige auf seinem Platz, schnell begann er zu weinen und hörte dann so schnell auch nicht wieder auf. Sein Verteidiger räumte die Tat in seinem Namen ein. Sein Mandant wolle sich auch entschuldigen, biete eine Schmerzensgeldzahlung an. Der Angeklagte selbst gab zu: „Ich war halt ein bisschen genervt.“ Er habe sich provoziert gefühlt. „Das war scheiße von mir. Es war unnötig – eigentlich.“

Direkt ins Gesicht geschlagen

Weder die Zeugen, noch das Opfer sahen irgendeinen Grund, weshalb sich der Angeklagte provoziert gefühlt haben könnte. „Er hat mir auf einmal direkt ins Gesicht geschlagen“, erinnerte sich der Jugendliche. Großartige Verletzungen habe er nicht davon getragen. „Es hat nur doll geschmerzt.“ Sein Angreifer nutzte die Gelegenheit, stand auf, reichte ihm die Hand und entschuldigte sich: „Ich habe Scheiße gebaut.“

Seine offensichtliche Reue und das Geständnis bewogen Staatsanwaltschaft und Gericht letztlich, ihm trotz einschlägiger Vorbelastungen und laufender Bewährung eine „allerletzte“ Chance zu geben: vier Monate Haft auf Bewährung und die Zahlung von 400 Euro Schmerzensgeld an das Opfer. Für diese Tat gebe es keine Rechtfertigung, so Richter Heinz-Dieter Beckmann. „Das war schon eine heftige Sache.“ Der 21-Jährige solle endlich erwachsen und ein „bisschen ruhiger“ werden. sam

Kommentare
12.06.2012
20:45
Junger Mann bespuckt sein Gegenüber im Bus
von Schuecke.N | #3

Passiert in userem Amtsgericht in letzter Zeit häufiger, unverständliche Bewährungsstrafen.
Ab und zu mal eine Woche Jugendarrest wären sicher sinvoller.

11.06.2012
06:03
Junger Mann bespuckt sein Gegenüber im Bus
von BentMuhlena | #2

Nochmal Bewährung, ein Witz ist das.

10.06.2012
14:21
Junger Mann bespuckt sein Gegenüber im Bus
von Flammmaster112 | #1

"Seine offensichtliche Reue und das Geständnis bewogen Staatsanwaltschaft und Gericht letztlich, ihm trotz einschlägiger Vorbelastungen und laufender Bewährung eine „allerletzte“ Chance zu geben."
"Einschlägig Vorbelastet, laufende Bewährung" ??? War das nun die allerletzte Chance, oder bekommt er sie beim nächsten Vergehen, wenn er dann wieder auf der Anklagebank verlegen hockt, schnell anfängt zu weinen und auch nicht so schnell wieder aufhören kann? Da kommen mir auch fast die Tränen, wenn ich sowas lese.
Na immerhin hat er sich entschuldigt, für das grundlose Anspucken und Ins-Gesicht-schlagen. Dududu, und jetzt werd´ endlich erachsen!

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