Jugendarrestanstalt profitiert von Kunst-Versteigerung

Der Inner Wheel Club Witten-Wetter hat zugunsten der Arbeit in der Jugenarrestanstalt Kunstwerke versteigert, Christa Stronzik sicherte sich zwei Bilder.
Der Inner Wheel Club Witten-Wetter hat zugunsten der Arbeit in der Jugenarrestanstalt Kunstwerke versteigert, Christa Stronzik sicherte sich zwei Bilder.
Foto: Nina Haupt
Was wir bereits wissen
Auktion zugunsten der Jugendarrestanstalt: 11 000 Euro nahm der Inner Wheel Club Witten-Wetter durch 57 versteigerte Bilder ein.

Wetter..  57 Bilder und damit fast alle versteigerte der Inner Wheel Club Witten-Wetter zugunsten der Jugendarrestanstalt für Mädchen mit Sitz in der Harkortstadt. „Wir wollten möglichst viele Bilder verkaufen, um das Projekt langfristig zu unterstützen“, sagt Heike Grosch, eine der Organisatorinnen. Sie hatte die Idee zu dieser Versteigerung. Club-Präsidentin Ingrid Paas sprach viele Künstler aus Wetter und Umgebung an, um Werke für die Auktion zu finden. 63 Bilder kamen auf diese Weise zusammen und wurden den Käufern angeboten.

Weit unter dem Verkaufspreis

„Einige Künstler sind richtig bekannt, andere sind Hobbykünstler“, erklärt Grosch. Die Startpreise für deren Werke lagen zwischen 50 und 1200 Euro. „Das klingt nach viel, aber es sind immer noch Preise, die weit unter dem liegen, was die Künstler sonst für ihre Bilder bekommen.“

Mit dem Erlös von nunmehr 11 000 Euro finanziert der Club verschiedene Projekte in der Jugendarrestanstalt Wetter. Dort sind Mädchen zwischen 16 und 21 Jahren untergebracht, die wegen kleiner Delikte vor Gericht standen. Der Arrest ist eine Art Warnschuss und kein Gefängnisaufenthalt. Höchstens vier Wochen verbringen die Mädchen dort. Sie sollen eine Chance bekommen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.

„Mir ist es wichtig, mit dem Projekt vor Ort zu bleiben und dass es Mädchen sind. Die Jugendarrestanstalt Wetter ist die einzige für Mädchen in ganz NRW“, erzählt Grosch von ihrer Entscheidung für die Versteigerung. Nach einem Gespräch mit einem Richter war klar: „Das ist mein Projekt.“

Bewerbungstrainings

Von dem Geld will der Club Materialien für Seminare kaufen wie Computer, Drucker und Flipcharts (Tafelschreibblöcke). Die Seminare bieten Clubmitglieder ehrenamtlich an, um den Mädchen neue Chancen zu eröffnen. So bietet eine Psychologin eine psychologische Fragestunde an. Andere Inner-Wheel-Damen geben Benimmkurse oder Bewerbungstrainings. Dafür sind PC und Drucker nötig.

„Wichtig ist uns, dass wir etwas Zusätzliches tun und nicht dem Land NRW die Aufgaben abnehmen“, sagt Heike Grosch. In dieser Woche beginnt ein Anti-Aggressions-Training in der Jugendarrestanstalt – bezahlt von den Erlösen aus der Versteigerung.