Jeder möchte seine Stärken zeigen

Wetter..  „Viel zu lange galt viel zu häufig die Devise: Einmal in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung beschäftigt, immer dort beschäftigt. Dabei haben auch unsere Mitarbeiter besondere Stärken. Fertigkeiten, die es ihnen durchaus möglich machen, eine Beschäftigung auf dem allgemeine Arbeitsmarkt anzunehmen.“ Mit dieser Einschätzung begrüßte Martin Schneider vom Werkstattverbund der AWO Ennepe-Ruhr die Teilnehmer eines Treffens in der Werkstatt Asbeck. Eingeladen hatten Patricia Riesner, Inklusionsbeauftragte der Kreisverwaltung, und der AWO Werkstattverbund.

Ziel war es, die Türen zum allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen auch im EN-Kreis weiter zu öffnen. Thema waren beispielsweise Praktika außerhalb der Werkstätten für die Mitarbeiter. Aktuell gibt es zu wenig solcher Angebote. „Dies ist schade, denn sehr gerne würden unsere Mitarbeiter Chancen bekommen, ihr Können und ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen“, so Schneider.

Positiv hervorgehoben wurde das Finanzamt Schwelm. „Als eine von sehr wenigen Behörden bietet die Einrichtung uns immer wieder Plätze für Praktika an. Dies sollte Vorbild für andere sein“, so Volker Obermeier. Ähnliches gelte für die Stadt Wetter. Sie nutzt Veranstaltungen mit Unternehmern, wie Wirtschaftsfrühstücke, um für entsprechende Arbeitsangebote zu werben.

Individuelle Lösungen gefragt

Werkstattmitarbeiter Kai Kraft berichtete von seinem Praktikum im Cap-Markt in Wetter. Grundgedanke dieses Supermarktes ist es, die Möglichkeiten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu erweitern. „Die Kollegen mit und ohne Behinderung waren nett, der Umgang mit Kunden eine schöne Erfahrung. Dennoch musste ich das Praktikum leider abbrechen, denn die Busverbindung von Schwelm nach Wetter war zu schlecht und stellte mich als Rollstuhlfahrer vor erhebliche Probleme. Ein Fahrdienst war nicht möglich“, blickt Kraft zurück. Sein Beispiel zeigt: Für jeden Einzelfall sind sehr individuelle Lösungen gefragt. Einigkeit herrschte im Teilnehmerkreis darüber, dass es sinnvoll wäre, Mitarbeitern aus Behörden Hospitationen in Behinderten -Werkstätten zu ermöglichen, um Berührungsängste ab- und Verständnis aufzubauen.