Jan Schaberick ist der Kandidat der SPD

Im Gespräch mit der Basis: Jan Schaberick kommt aus der Mitte der Partei, die ihn jetzt im Kanuclub mit überragendem Ergebnis zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt hat.
Im Gespräch mit der Basis: Jan Schaberick kommt aus der Mitte der Partei, die ihn jetzt im Kanuclub mit überragendem Ergebnis zu ihrem Bürgermeisterkandidaten gewählt hat.
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Was wir bereits wissen
Die Parteibasis schickt den 29-jährigen Juristen in die Bürgermeisterwahl im Herbst. Der Herdecker präsentiert sich als Kümmerer und Kämpfer.

Herdecke..  Nur eine Stimme fehlte, und Jan Schaberick wäre von allen 36 Ortsvereinsvertretern zum Bürgermeisterkandidaten der SPD gekürt worden. Einen Mitbewerber hatte der 29-jährige Jurist bei der Wahl im Kanuclub nicht. In einer halbstündigen Bewerbungsrede hatte er deutlich gemacht, wohin mit ihm an der Spitze im Rathaus die Reise gehen würde.

Vorstellen musste sich Jan Schaberick den Delegierten aus den vier Ortsvereinen nicht und ebenso wenig den beiden Vertretern der Linken, die als Gäste der SPD-Kandidatenkür willkommen geheißen wurden. Schaberick ist in Herdecke groß geworden, war im Sport aktiv, hat sich für den Erhalt des Jugendzentrums MiTTendriN engagiert, stritt mit in der Aktion Westfalia und gewann zunehmend Vertrauen in der Partei. Seit vorigen Mai sitzt er im Rat, er ist Vize-Vorsitzender der Fraktion, Mitglied im Kreistag – und nun auch mit einem eindeutigen Vertrauensvorschuss Bürgermeisterkandidat der Partei für die Wahl im September.

Nicht zu jung für das Amt

Mit ihm als Bürgermeister soll Herdecke eine der familienfreundlichsten Städte im Umkreis werden, ließ er die Delegierten wissen. Endlich solle wieder „in Menschen und nicht weiter in Beton investiert werden“, was ihm einmal mehr Applaus eintrug. Gute Betreuungsangebote soll es geben in der Stadt, seniorengerecht soll sie sein und vor allem sozial. Sein Motto: „Da, wo die Sozis reagieren, geht es den Menschen besser.“ Eine Art Tauschbörse von Wohnungen und Häusern möchte er auf den Weg bringen, damit sich ältere Bürger räumlich verkleinern und Familien vergrößern können. Der Bordstein ausgerechnet vor dem Eingang des neuen Seniorenheims im Quartier Ruhraue soll verschwinden, das Schulproblem in Ende gelöst werden. „Die Kümmerer-Partei SPD wird Herdecke für alle Altersgruppen attraktiver machen. Versprochen!“, ruft er den Delegierten zu.

Seine Rede über ihn als Bürgermeister ist auch eine Abrechnung mit der amtierenden Bürgermeisterin. Mal ist es eine Bemerkung eher am Rande (bisher habe Katja Strauss-Köster beim demografischen Wandel nur Einzelmaßnahmen angeboten und kein Konzept), mal ist es eine gezielte Spitze: Der Bordstein vor dem Altenheim finde sich „in einer der ältesten Kommunen in NRW mit einer Stadtplanerin an der Spitze...“ Und dann geht er die Amtsinhaberin direkt an: Bei der Bürgerbeteiligung zeige sie Schwächen, bei der Bürgernähe ebenso, das Kinder- und Jugendparlament werde nicht ausreichend einbezogen.

Das Alter lässt Schaberick als Argument gegen seine Kandidatur nicht gelten. „Wer mit 30 keine Stadtverwaltung führen kann, der kann es auch mit 40 nicht“, stellt er fest.

Und als Jurist bringe er zudem die erforderlichen Qualifikationen für das Bürgermeisteramt mit.