In Wetter wird wieder um den Stork gekämpft

Die Stork-Retter sind wieder aktiv.
Die Stork-Retter sind wieder aktiv.
Foto: WR
Neue Runde in Sachen Gewerbegebiet Am Stork: Mit der erneuten Offenlegung des Bebauungsplanes für das geplante Gewerbegebiet können auch neue Einwände vorgebracht werden. Die Stork-Retter machen mobil.

Volmarstein..  Der Wort sind genug gewechselt. Im Sinne dieses klassischen Goethe-Zitates würden die Befürworter des Gewerbegebietes am Stork wohl gerne endlich in die konkrete Planung einsteigen, doch hat 2014 das Oberverwaltungsgericht wegen eines Formfehlers die Offenlegung des Bebauungsplanes für nichtig erklärt. „Alles steht auf Null“, sagt Christina Kramer von der Bund-Ortsgruppe Herdecke/Wetter, die gleichzeitig eine der Sprecherinnen der Interessengemeinschaft Stork ist. Also werden nun wieder Worte gewechselt, weil alle Einwände gegen den Bebauungsplanentwurf neu gewertet werden müssen.

„Und alle Einwände müssen auch neu geschrieben werden“, sagt Kramer und ruft dazu auf, sich erneut mit dem Thema zu befassen. In der letzten Runde des Verfahrens waren gut 40 Einwände von Bürgern und Organisationen eingegangen und von der Verwaltung gewichtet und beantwortet werden. „Es sollten dieses Mal nicht weniger sein“, sagt Karen Haltaufderheide, deren grüne Fraktion das Gewerbegebiet ebenso ablehnt wie die Bürger für Wetter, die CDU und die AfD. Sie alle hatten Vertreter zur Bürgerversammlung geschickt, in der das weitere Vorgehen besprochen werden sollte.

Die IG Stork bietet interessierten Bürgern nicht nur Informationen zu den Problemen, die sie bei der Erschließung des Stork sehen, es gibt auch konkrete Hilfestellungen, wie ein Einwand formuliert und eingereicht wird. „Ihr Schreiben muss bis zum Freitag, 8. Mai, um 12 Uhr im Rathaus eingehen“, steht auf einem Blättchen, das die Form eines möglichen Anschreibens vorgibt. „Hier müssen Sie nur noch Ihre Argumente einsetzen“, motiviert Kramer die Bürger, sich aus allen möglichen Perspektiven dem Thema zu nähern.

Viele Einwände möglich

„Ein Einwand kann sein, dass Sie immer mit dem Hund am Stork spazieren gehen“, macht Christina Kramer deutlich, dass es nicht immer eine ausführliche Stellungnahme zu den zahlreichen Gutachten zum Stork braucht, um gegen das Projekt zu sein. Doch auch die qualifizierten Gründe sind den Stork-Gegnern wichtig. „Lesen Sie die Gutachten und nehmen Sie Bezug auf die konkreten Aussagen darin“, hofft Kramer darauf, dass die Initiative möglichst viele und auch neue Gegenargumente sammeln kann.

„Die Voraussetzungen haben sich in vielen Bereichen geändert“, sagt Kramer. Gutachten zum Beispiel zum Verkehr, die als Grundlage für die Planungen dienten, seien längst überholt, die Verkehrsmengen enorm gestiegen. Denn: Das Stork-Verfahren läuft schon lange. Seit Ende der 1990er Jahre gibt es den Plan, die Fläche zu entwickeln. 2007 wurde zum ersten Mal der Beschuss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes gefasst. 2009 und 2011 erfolgten die ersten Offenlegungen, 2012 gab es eine dritte Runde. Seit März liegt der Bebauungsplan zum vierten Mal auf. Bis zum 8. Mai können Einwände eingereicht werden.

Alternativen aufzeigen

Für die IG Stork ist dabei nicht nur wichtig, das Projekt Gewerbegebiet zu verhindern. Man will auch Argumente für Alternativen liefern. „Im Ruhrgebiet liegt der größte Wachstumsmarkt im Tourismus“, sagt zum Beispiel Rainer Peitz von der AfD. Mit dem Stork habe man nicht nur ein attraktives Stück Natur, sondern auch ein historisch interessante Fläche. Ein Stück der Kohlenbahn, inzwischen auch unter Denkmalschutz, verlaufe direkt am Planungsgebiet entlang. „Im Zusammenhang mit den Plänen für das Geotop im Albringhauser Steinbruch und den Radwegen kann Tourismus auch in Wetter Geld bringen“, so Rainer Peitz.