In Wetter und Herdecke hat Schule Zukunft

Ein bunter Zaun vor dem Schattenbeet, das war das Abschiedsgeschenk einer Klasse 4 der St. Rafael Grundschule. Mit dem Beetprojekt hatte sich die Schule bei der Landesinitiative „Schule der Zukunft“ beworben.
Ein bunter Zaun vor dem Schattenbeet, das war das Abschiedsgeschenk einer Klasse 4 der St. Rafael Grundschule. Mit dem Beetprojekt hatte sich die Schule bei der Landesinitiative „Schule der Zukunft“ beworben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vier Schulen werden in diesem Jahr als „Schule der Zukunft“ ausgezeichnet. Die Schulen beteiligen sich mit über zwei Jahre laufenden Projekten an der Landesinitiative.

Herdecke/Wetter..  Non scholae, sed vitae discimus – nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. Was Seneca ursprünglich andersherum als Kritik am Bildungssystem formulierte – man lerne nicht für das Leben, sondern für die Schule – soll mit der Landeskampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ in der inzwischen geläufigen Form in die Tat umgesetzt werden. Für das Leben lernen, ist ein Grundgedanke der Aktion, die eine Maßnahme der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist. Bereits in einer zweiten Runde beteiligen sich Kindergärten und Schulen an der Kampagne, die von der Umweltschutz-Akademie NRW koordiniert und begleitet wird.

In diesen Tagen wurden den Teilnehmern die Zertifikate „Schule der Zukunft“ ausgehändigt. In Herdecke sind die Vinkenberg- und die Schrabergschule dabei, in Wetter haben die St. Rafael Grundschule und das Werner-Richard-Berufskolleg teilgenommen.

Nun können sich Schulleiter über Angebote, an Wettbewerben, Aktionen oder Kampagnen teilzunehmen, nicht beklagen. „Jede Woche landet etwas auf dem Schreibtisch“, sagt Julia Vincent, Leiterin der St. Rafael Grundschule in Wetter. Um Schüler und Schule nicht zu überfordern, muss also sortiert werden. „Wenn ich erst 20 Seiten für die Bewerbung schreiben muss oder eine Videopräsentation gefragt ist, denken wir über eine Teilnahme gar nicht erst nach“, so Vincent. Beim Programm „Schule der Zukunft“ sei vor allem der lange Zeitraum, über den das Projekt läuft, attraktiv. „So lassen sich die Themen ins Schulprogramm integrieren und sind auch für die Schüler nachhaltig zu erleben.“

Die St. Rafael Schule hat sich mit der Gestaltung des Schulhofes und dabei speziell mit der Anlage eines Schattenbeetes beworben. Jahrgangs- und fächerübergreifend habe man an diesem Thema unter dem Leitziel „Bewahrung der Schöpfung“ gearbeitet. Zwei vierte Klassen haben ihr traditionelles Abschiedsgeschenk als Teil des Zukunftsprojektes erarbeitet.

Inklusion wird gefördert

Geld gibt es auf dem Weg zur „Schule der Zukunft“ keines. Für die Schulen ist die Teilnahme aber dennoch wichtig, auch wenn viele Eigenleistungen und Spenden bei Eltern und Fördervereinen eingeworben werden müssen. „Wir sind in einem anerkannten Projekt aktiv“, sagt Julia Vincent. Dass es um Nachhaltigkeit gehe, sei zudem ein Aushängeschild für die Schule. „Und es ist ein Qualitätsmerkmal, dass sich das ganze Kollegium engagiert“, betont die Schulleiterin.

Bereits seit 2009 beteiligt sich das Werner-Richard-Berufskolleg an der Landeskampagne. Mit einem Projekt, das seit 15 Jahren im Fachbereich Gartenbau durchgeführt wird.

Die Schüler ziehen zwei unterschiedliche Pappelarten heran, von denen eine als Indikator für eine hohe Ozonkonzentration gilt. Die Jungpflanzen werden an Schulen in der Region verteilt, die wiederum im Fachunterricht mit den jungen Bäumen experimentieren.

Georg Weddeling, Berufsschullehrer für Gartenbau, schätzt das Projekt, weil sich Arbeiten aus der Praxis gut in den Unterricht transportieren lassen. „Wir bieten unseren Schülern so einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten, den sie sonst nur selten bekommen“, so Weddeling. Zudem fördere das Projekt den Inklusionsgedanken. „Zum Abschluss jeder Projektphase treffen wir uns mit allen beteiligten Schulen und tauschen uns über die Ergebnisse aus.“ Für den Pädagogen ein guter Weg, Schule der Zukunft zu gestalten.