In Wetter entsteht Bollywood-City

Beim traditionellen Bauspielplatz in Wetter bauen 315 Jungen und Mädchen Bollywood-City.
Beim traditionellen Bauspielplatz in Wetter bauen 315 Jungen und Mädchen Bollywood-City.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Seit knapp zwei Wochen hämmern und sägen 315 Kinder auf dem Bauspielplatz in Wetter-Volmarstein. Zur Halbzeit kam der Hütten-TÜV. Die Mitglieder des Technischen Hilfswerkes schauten genau hin.

Volmarstein..  Bauspielplatz Wetter, ein Klassiker. Und doch immer wieder neu. In diesem Jahr reisen die Jungen und Mädchen nach Indien, um die im vergangenen Jahr verloren gegangene Elefantendame Elvira wieder nach Haus zu locken. Soviel zur Geschichte, die sich die Betreuer für diesen Sommer als Grundgerüst für den Spielspaß am Berufsbildungswerk in Volmarstein ausgedacht haben. Doch es gibt noch viel mehr, was den Bauspielplatz ausmacht!

315Jungen und Mädchen tummeln sich auf der riesigen Wiese. Die bunte Budenstadt ist in diesem Jahr ein wenig gedrängelt aufgebaut, weil die ersten Holzlieferungen einige Bauspielplätze belegt hatten.

15Lkw-Ladungen mit Holz wurden in diesem Jahr angeliefert. Von Firmen wie Terex oder Taprogge gespendet. Aber auch Privatleute haben Baumaterialien und Handwerkszeug wie Farben und Pinsel gespendet.

50Betreuer und ehrenamtliche Helfer sind für die 315 Kinder da. Neben den Mitarbeitern der Stadt und der Evangelischen Stiftung, die sich um die behinderten Kinder kümmern, sind auch viele ehemalige Bauspielplatz-Kinder als Helfer dabei. Ab 16 Jahren ist das möglich. Und auch hier wird der Bauspielplatz inklusiv. „Wir haben auch Helfer mit Handicap, die selbst als Kinder hier gebaut haben“, freut sich Sandro Chisari, Mitarbeiter der städtischen Jugendarbeit.

21Jahre ist Sandro Chisari bereits dabei. Dienstältester ist er aber damit noch lange nicht. Diesen Titel darf Thomas Klutzny für sich beanspruchen. Die Zahl 25 will er aber nicht hören. „Das hört sich zu sehr nach Jubiläum an.“

7Gruppen sind in diesem Jahr auf dem Gelände aktiv. 2014 waren es noch sechs. „Doch die Zahl der Anmeldungen für behinderte Kinder war so hoch, dass wie eine zusätzliche Gruppe eingerichtet haben“, sagt Thomas Klutzny. Die meisten Kinder mit Handicap haben einen eigenen Betreuer.

32Räder drehen sich täglich auf dem Bauspielplatz, denn es sind auch acht Rollstuhlfahrer mit dabei. Die brauchen häufig Hilfe, wenn es auf der hubbeligen Wiese voran gehen soll. Kein Problem. Zum Schieben findet sich immer jemand.

11Prüfer des Technischen Hilfswerks haben am Mittwoch die Standfestigkeit und Sicherheit der Hütten geprüft. So manche Latte musste neu vernagelt werden, einige Dachterrassen wurden gesperrt. „Zu wackelig“, sagt Heinrich Kettschau vom THW, der mit Kollegen und Jugendlichen nach dem Rechten sah.

6c prangt außen an einer Hütte am Waldrand. Die Bewohner kennen sich aus der Schule. Sie kommen alle aus einer Klasse. Und weil das die 5c war und nach den Ferien die 6c kommt, haben sie an ihre Hütte schon mal eine kleine 6 mit einem „c“ getackert.

10Nägel sind dabei den Kindern schon zum Verhängnis geworden. Die kleinen Baumeister sind in die spitzen Drahtstifte getreten. „Im Vergleich zu anderen Bauspielplätzen passiert aber sehr wenig“, sagt Thomas Klutzny. Und wenn es doch einmal blutet, ist das Sanitätszelt mit der Krankenschwester nicht weit.

24Stunden ist das Gelände hinter dem Berufsbildungswerk der Evangelischen Stiftung Volmarstein bewacht. 2014 waren Vorräte gestohlen worden. Seitdem schlafen einige Betreuer beim Hüttencamp.

180Kisten Wasser und unzählige Flaschen mit Fanta und Schorle sind bis zur Halbzeit bereits ausgetrunken worden.

4Dixi-Klos stehen bereit, wenn es einmal drängt. So komfortabel die Hütten auch sind: Toiletten gibt es darin nicht.

300Würstchen haben die Betreuer gestern gegrillt. Dazu wurden 20 Gemüsefrikadellen und 20 Geflügelwürstchen auf die heißen Kohlen gelegt. Eine ziemlich heiße Angelegenheit, auch wenn die Sonne gestern nicht so brannte. Während eine Mitarbeiterin die Brötchen aufschnitt, packten die Grillmeister die fertigen Würstchen in Warmhalteboxen. Denn gegessen wird gemeinsam.

6Tage können die kleinen Baumeister noch an ihren Hütten basteln, dann steigt schon das große Abschlussfest. Am Donnerstag, 16. Juli, sind dann auch Eltern und Freunde eingeladen, Bollywood-City kennen zu lernen.

3Wochen Urlaub gönnt sich Daniel Starosta, Betreuer auf dem Bauspielplatz und Koordinator für die Inklusion, nach den drei Wochen im Bollywood-Camp. „Das brauche ich dann auch“, sagt der Mann und dreht eines von 300 Würstchen auf dem Grill um.