Im Kreis fehlt Wohnraum

Ennepe-Ruhr..  In den kommenden fünf Jahren müssen im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 3380 neue Wohnungen gebaut werden. Darauf hat jetzt die Industrie-Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Allein in diesem Jahr werden demnach etwa 660 zusätzliche Wohnungen im Ennepe-Ruhr-Kreis gebraucht.

Altersgerechte Angebote fehlen

„Bei vielen Altbauten – gerade aus der Nachkriegszeit – lohnt sich eine Sanierung wirtschaftlich kaum noch. Damit fallen nach und nach immer mehr Wohnungen weg. Gleichzeitig kommen mehr Zuwanderer zu uns“, sagt Ewald Thiel, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Außerdem gebe es einen starken Trend zu Ein-Personen-Haushalten. „All das lässt den Bedarf an neuem Wohnraum im Ennepe-Ruhr-Kreis steigen“, so Thiel.

Die IG BAU Westfalen Mitte-Süd fordert, beim Neubau besonders den bezahlbaren Wohnraum im Blick zu haben. „Wir brauchen im Ennepe-Ruhr-Kreis mehr Wohnungen für Normal- und Geringverdiener. Außerdem gibt es einen enormen Mangel an altersgerechten Wohnungen. Auch das Angebot bei Sozialwohnungen ist schon seit langem mehr als dürftig. Selbst wer einen Wohnberechtigungsschein hat, hat oft kaum eine Chance, auch tatsächlich eine Sozialwohnung zu bekommen“, sagt Ewald Thiel. Diese Situation könne sich bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen bald zuspitzen. Hier seien der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen gefordert, so der IG BAU-Bezirkschef. Für seine Prognose zum zusätzlichen Wohnraumbedarf hat das BBSR unter anderem den aktuellen Wohnungsmarkt, die Bevölkerungsentwicklung und die Alterung der Wohngebäude berücksichtigt. Für die IG BAU ist das Fazit klar: „Mit dieser Studie liegen die Fakten auf dem Tisch. Für den Neubau bezahlbarer Wohnungen im Ennepe-Ruhr-Kreis müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Dafür brauchen wir auch mehr steuerliche Anreize und weniger Bürokratie rund um den Bau“, so Thiel.