Im Haus Overhoff steht der nächste Generationswechsel an

Traditionsreiche Gaststätte an der Stadtgrenze Herdecke-Witten: Zum Jahreswechsel 2014/15 übernimmt Manuela Voßwinkel das Haus Overhoff von ihrer Mutter Ingrid Overhoff
Traditionsreiche Gaststätte an der Stadtgrenze Herdecke-Witten: Zum Jahreswechsel 2014/15 übernimmt Manuela Voßwinkel das Haus Overhoff von ihrer Mutter Ingrid Overhoff
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Haus Overhoff auf dem Schnee hat eine lange Geschichte hinter sich. Da passt es ins Bild, dass die Traditionsgaststätte nun innerfamiliär weitergegeben wird.

Herdecke/Witten..  Jahreswechsel, Inhaberwechsel, Generationswechsel: Im Haus Overhoff an der Stadtgrenze Herdecke/Witten beginnt nun am 1. Januar eine neue Zeitrechnung. 24 Jahre lang hat Ingrid Overhoff die traditionsreiche Gaststätte auf dem Schnee geführt, in der sie zuvor bereits mehr als zehn Jahre gearbeitet hatte. Nach den aktuellen Winterferien übernimmt ihre Tochter Manuela Voßwinkel (45) das Restaurant – wobei die Mutter ihr in der Anfangszeit mit viel Rat und etwas Tat zur Seite stehen will.

Beide sind in gastronomischen Betrieben groß geworden, das Bewirten liegt im Blut der Overhoffs. Der Sohn bzw. Bruder führt in Annen die Gaststätte Zur Schaukel, die ebenfalls schon lange im Familienbesitz ist. Zurück auf den Berg: Während Manuela Voßwinkel das Haus Overhoff als „unser Baby“ bezeichnet, ist es für Ingrid Overhoff „mein drittes Kind“, sagt die 63-Jährige. Ende der 1970-er Jahre begann sie als Krankheitsvertretung in dem Lokal an der Wittener Landstraße. Für die erfahrene Wirtin steht jedenfalls eines fest: „Ohne Herzblut kann man das nicht machen. Wer Gastronomie nur als Job ansieht, ist fehl am Platze.“

Das habe sie auch ihrer Tochter vermittelt, die seit 23 Jahren in der Gastronomie arbeitet und der vor den praktischen Aufgaben im Haus Overhoff nicht bange ist. „Die Buchführung teilen wir uns zunächst übergangsweise.“ Den Papierkram, so erfuhr die Tochter von der Mutter, für fünf Festangestellte (zwei Köche) und zwei Aushilfskräfte könne man schon mal unterschätzen. Die 45-Jährige, die über dem Gastraum mit den zwei Sälen wohnt, baut nicht zuletzt wegen ihres Lampenfiebers auf die Unterstützung ihrer Mutter und sieht die Tradition als Ansporn.

Wobei die Zeiten nicht einfacher geworden seien. Bis in die 1990-er Jahre „lief der Thekenbetrieb bei uns wahnsinnig gut. Dann starben Stammgäste, der Nachschub mit Jüngeren blieb gewissermaßen aus. Zudem kamen nachteilige Gesetze“, so Ingrid Overhoff. „Früher war es einfacher, mit einer Gastronomie Geld zu verdienen.“ So seien etwa die Anfragen zu größeren Feiern rückläufig. Als Vereinstreffpunkt sei das Haus Overhoff mit seiner atmosphärischen Kegelbahn im Gewölbekeller aber nach wie vor beliebt. Ob Sänger, Jäger, Gartenbauer oder die Herdecker Karnevalisten: „Zu vielen hat sich über die Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, die Begrüßung fällt schon mal herzlich aus. Darauf sind wir schon stolz.“

Kleinere Anpassungen

Daher soll sich erst einmal wenig in der Traditionsgaststätte ändern. „Nach und nach wollen wir die Speisekarte und das Ambiente etwas aufhübschen“, kündigt Manuela Voßwinkel an. Generell soll die Küche gut bürgerlich mit saisonaler Prägung bleiben, ebenso der wechselnde Mittagstisch und die Spezial-Tage für Reibekuchen und Schnitzel. Über Mund-zu-Mund-Propaganda kämen auch Gäste aus Essen, Velbert, Hattingen oder Sprockhövel. „Wer uns finden will, findet uns. Wir haben uns einen Namen erarbeitet.“ Ingrid Overhoff formuliert das so: „Sie soll das Baby weiter so pflegen und wickeln wie bisher.“