"Ihr könnt uns das Mittendrin nicht wegnehmen"
19.03.2010 | 17:47 Uhr 2010-03-19T17:47:00+0100Der Herdecker Ratssaal platzte am Donnerstag aus allen Nähten, als der Haushalt 2010 verabschiedet werden sollte.
Wie schon am Dienstag auf der Sitzung des Hauptausschusses wollten wohl annähernd 100 Jugendliche miterleben, wie über das Schicksal „ihres” Zentrums „MiTTendriN” abgestimmt würde.
Doch bevor die Haushaltsreden der fünf Fraktionsvorsitzenden auf der Tagesordnung standen, wurde die Sitzung gleich zu Beginn unterbrochen, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Sorgen und Meinungen zu artikulieren. „Wir kämpfen hier bis zum Schluss, Sie können uns das „MiTTendriN” nicht wegnehmen”, kündigte ein Jugendlicher unter tosendem Beifall an. Und ein bisschen Verständnis ließ dabei sogar Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster anklingen: „Ich habe die Ängste der Jugendlichen und Eltern verstanden.”
Doch „Jamaika” machte im Verlauf der dann folgenden Etatdebatte schnell deutlich, dass man vom einmal eingeschlagenen Weg nicht abweichen werde. CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Rohleder ließ das auch die SPD spüren: „Ihnen fehlt der Mut zu unpopulären Entscheidungen.”
Die SPD hingegen favorisiert einen anderen Weg, wie Fraktionsvorsitzende Nadja Büteführ darlegte: „Bürgerbeteiligung bedeutet für die SPD nicht, erst einen Grundsatzbeschluss zu fassen und anschließend die Bürger zu fragen, was sie davon halten.”
Änderung in der Form,
nicht am Inhalt
Joachim Range (Linke) machte deutlich, dass seine Partei weder das Auslaufen der Grundschule („Das ist Sache der Schulaufsicht”) noch den Abriss des Jugendzentrums zustimme: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine soziale Einrichtung zugunsten der privaten Wohnungswirtschaft geopfert werden soll.”
Peter Gerigk (Grüne) wehrte sich gegen den Vorwurf des „sozialen Kahlschlags” in der Jugend- und Seniorenarbeit heftig. Und Irmingard Schewe-Gerigk (Grüne) versprach: „Es wird sich in der Form des Angebots etwas ändern, nicht aber am Inhalt.” Und Michael Emmert (FDP) erklärte in seiner Haushaltsrede: „Gemeinsam werden wir im Gespräch mit allen Beteiligten ein Angebot für Kinder und Jugendliche erarbeiten.”
Nach über zwei Stunden fand eine namentliche Abstimmung zur Aufgabe des „MiTTendriN” statt. „Jamaika” hielt die Reihen geschlossen, die Opposition stimmte ebenso einmütig mit „Nein”.
Gespräch mit der
Bürgermeisterin
Die Jugendlichen verließen enttäuscht und niedergeschlagen den Ratssaal. Aber noch draußen wurde das weitere Vorgehen besprochen und die Bürgermeisterin zu einem Treffen eingeladen, das nächsten Montag um 17 Uhr im „MiTTendriN” beginnt. Die Bürgermeisterin hat zugesagt.
10:43
Ihr Engagement in diesem Forum für das Jugendzentrum und gegen die Schulschliessung ist wirklich bewunderndswert, doch solchen sich die meisten mal lieber erst mal informieren bevor sie hier irgendwas rein schreiben.
Z.B. stimmt es nicht, dass irgendjemand behauptet hat Solarzellen zu kaufen, es wurde lediglich angeregt die städtischen Dachflächen an private Investoren zu vermieten, damit diese dort Solarzellen anbringen können.
Es stimmt nicht, dass die Schule oder das JZ morgen oder in nächster Zeit geschlossen werden sollen, sondern es soll geprüft werden wie man die vorhandenen Angebote umstrukturieren kann um möglichst die Jugendarbeit durch einen anderen Träger fortzuführen und erst dann wenn alle offenen Fragen geklärt sind soll der Gebäudekomplex abgerissen werden.
Und es stimmt auch nicht, dass das Angebot für Senioren beschnitten werden soll, sondern es wurde lediglich gefordert, dass eine möglichst kostengünstige Alternative für die erfolgreiche Seniorenarbeit gefunden werden soll.
Doch es ist einfach mal festzustellen, dass die roten Socken hier lieber unsachliche und einfach unwahre Kommentare posten, nur um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten und der Unfähigkeit ein vernünftiges Haushaltskonzept aufzustellen, abzulenken.
18:39
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08:14
An die Herren der Jamaika Koalition.
Was Sie mit der Abstimmung letzte Woche angerichtet haben können und wollen Sie noch gar nicht begreifen. So gewinnt man keine Wähler für die Zukunft.
Ich denke dieses Erlebniss, sich abgekämpft zu haben für eine Sache, um dann einen so derben Rückschlag zu erhalten - das prägt nachträglich...
Jedem Menschen sollte klar sein, das man sich als Politiker nicht nur Freunde machen kann. Aber sich soviele Menschen zu Feinden zu machen ist auch nicht Sinn und Zweck Ihrer Ämter. Man muss das Volk befragen und nicht bevormunden.
Das in Herdecke eingespart werden muss steht ausser Diskussion. Das Frau Strauss Köster ihren Privat-PKW als Dienstfahrzeug benutzt ist lobenswert und kann als der richtige Weg beschrieben werden, dennoch waren da auch einige Züge mit der falschen Fahrtrichtung in den Haushaltsansprachen, die nicht wirklich sinnvoll waren zum jetzigen Zeitpunkt:
Herr Gerigk hatte gestern von einer Solaranlage gesprochen – wissen Sie eigentlich was eine solche Anlage kostet? Abgesehen von den Instandhaltungskosten sind die Anschaffungskosten nicht gerade preisgünstig. Sollen solche Vorhaben über Kredite verwirklicht werden? Denn Barvermögen scheint gerade nicht wirklich in der Stadt vorhanden zu sein…Wie kann man über solche Vorhaben sinnieren und gleichzeitig ein Jugendzentrum schließen? Das macht keinen Sinn! Genau wie der Alkoholausschank für die Attraktivität…. Aber darauf will ich hier nicht näher eingehen.
Das eine Schule geschlossen werden muss nach der momentanen Situation könnte man auch hinnehmen.
Nur als Denkanstoss für unsere Politiker:
Was passiert wenn anstelle der Schule Einfamilienhäuser entstehen? Dann wird die Kinderanzahl wohl wieder steigen - oder? Ich kann mich an Zeiten erinnern vor 3 Jahren, da wurde überlegt ob man zwei erste Klassen in der Grundschule Kirchende einrichtet, da eifach zu viele Kinder da waren. Eine solche Zeit wird wiederkommen, auch wenn es momentan nicht so scheint. Ende wächst! Sind die Kapazitätsreserven in der Grundschule Kirchende ausreichend? Diese Fragen sollten geklärt werden bevor die Abrissbirne kreist.
Es wurden auf der Sitzung aber leider keine Zahlen vorgelegt welches Einsparpotential sich aus der Schliessung des Jugendzentrums ergibt!?!?!
Merkwürdig – es wurde nur vorgegeben welchen Vermarktungswert das Grundstück der Grundschule im Dorf hat. Von daher gehe ich einfach davon aus das Betrag sehr gering ist, und das Jugendzentrum einfach den 1.500.000€ im Wege steht.
Fazit: Die Abstimmung war für die Demokratie ein Genickschuss – aber es wird weitergekämpft mit den legalen Mitteln die zur Verfügung stehen!
00:08
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22:50
lacht am besten ,na dan fangen wir doch beim Herrn Gerigk an der ist ÜÜÜBBBEEER, enormes einsparpotenzial
19:40
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18:56
ich habe zufällig miterlebt, wie sich die total enttäuschten Jugendlichen nach der Abstimmung beraten haben,wie sie weiter vorgehen wollen. Zu meiner eigenen Überraschung standen da junge Menschen, die trotz des Unrechts, dass Ihnen zur Zeit angetan wird nach Recht und Gesetz handeln wollen. DAS zeigt einmal mehr, wie gut die Kinder und Jugendarbeit im Mittendrin ist. Da arbeiten noch Menschen, die Ihren Beruf als berufung sehen. Es ist zum...., dass gerade Diesen so ein Schlag ins Gesicht wiederfährt. Man zweifelt doch an allem was man geglaubt hat. Holger, Marcella und alle anderen, IHR habt meine volle Unterstützung!!!!!!!!!!!!!!!!!!