Hundehalter sind wegen Giftködern alarmiert

Foto: WR/Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Immer wieder gibt es Meldungen von Giftködern, die von Hunden gefressen werden. Jetzt sorgen sich Hundehalter in Herdecke, Wetter und Hagen um ihre Vierbeiner. Einige Tiere sollen bereits verendet sein.

Wetter/Herdecke.. Immer wieder hatte Julia Drowatzki in den vergangenen Wochen von Hunden gehört, die Rattengift gefressen haben sollen. In Hagen-Vorhalle, in Wetter am Schmandbruch und auch am Harkortsee. „In meiner Praxis habe ich keinen Fall gehabt, aber zwei Hunde sollen tot sein. Einer davon sogar aus Wetter“, so die Tierärztin.

Um diesem Gerücht auf den Grund zu gehen, nahm sie gestern extra Kontakt zur Tierklinik Recklinghausen auf, wo der Husky Karfreitag eingeschläfert wurde. Und erfuhr dort Folgendes: „Der Hund stammt tatsächlich aus Wetter, und alle Symptome passten auf eine Vergiftung. Er ist wohl in einem sehr schlechten Zustand in die Klinik eingeliefert worden, so dass ihm dann nicht mehr zu helfen war.“

Auch wenn es nicht hundertprozentig sicher sei, dass das Tier tatsächlich an einer Vergiftung starb, liege es ihr sehr am Herzen, die heimischen Hundehalter aufzuklären und sie anzuhalten, bei Spaziergängen die Augen aufzuhalten.

„Man sollte mit Adleraugen aufpassen, was da beim Spaziergang so alles auf dem Boden herumliegt. Wenn der Hund dann doch mal etwas gefressen hat, was man nicht gesehen hat und man sich unsicher ist, sollte man ihn am besten schnell erbrechen lassen“, rät die Wetteranerin.

Das bedeutet: Spätestens eine halbe bis eine dreiviertel Stunde, nachdem der Vierbeiner etwas Verdächtiges gefressen hat, muss der Tierarzt ihm eine Spritze geben, die dann dafür sorgt, dass der Hund erbricht und der Magen sich komplett entleert.

Rattengift wirkt zeitversetzt

„Das Schlimme bei Rattengift ist nämlich, dass es zeitversetzt und still im Inneren des Körpers wirkt“, erklärt Julia Drowatzki. Was bedeutet, dass der Husky aus Wetter das Gift wahrscheinlich bereits Anfang letzter Woche zu sich genommen haben muss.

Zu den Symptomen erläutert die Tierärztin: „In der Regel stellt sich eine verminderte Leistungsfähigkeit ein, ebenso wie Durchfall und Erbrechen. Beides kann auch blutig sein. Man spricht dann auch von sogenanntem Teerstuhl, weil er verdautes Blut enthält und deswegen ganz dunkel aussieht.“ Außerdem verursache
eine Vergiftung punktförmige oder flächige Einblutungen in die Haut - allerdings erst im fortgeschrittenen Stadium.

Tatsache ist, dass eine unbehandelte Vergiftung auf jeden Fall tödlich verläuft. Deswegen rät Julia Drowatzki auch allen Hundehaltern in Wetter: „Im Zweifelsfall den Hund lieber an der Leine lassen und möglichst den See meiden.“

Der Polizei in Wetter
liegt aktuell keine Anzeige vor. Aber Uwe Mertens, Leiter der Wache, hat im Gespräch mit seinen Kollegen in Herdecke herausgefunden, dass „ein solcher Sachverhalt bekannt ist, und dass das Ordnungsamt dort wohl aktiv geworden ist.“ Genauere Informationen waren gestern auch von dort nicht zu bekommen