Hilfe in der Not

Alt heißt heutzutage nicht abgenutzt. Das Handy von vor zwei Jahren findet in der Familie keinen Abnehmer mehr, auch wenn es voll funktionstüchtig ist. Das Kaffeegeschirr reicht nicht mehr für alle am Tisch, schon landet es im Keller. Und der Kleiderschrank kann Neues kaum noch aufnehmen, weil allzu viel darin liegt und hängt, das doch nicht mehr angezogen wird.

Ein Herdecker hat jetzt Platz geschaffen und kistenweise aussortiert. Die Kisten kamen zum Urbanhaus, wo an jedem zweiten Mittwoch im Monat Flüchtlinge aus aller Welt zum Frühstück geladen sind – und zum Trödel.

Die Kisten waren noch nicht richtig aus dem Kofferraum gehoben, da lag der Inhalt ausgebreitet auf einem Tisch. Und nur wenige Augenblicke später waren die Winterklamotten und die ausrangierten Fußballermonturen schon wieder in Taschen verschwunden.

Der Spender war überrascht, erfreut und doch seltsam berührt: So leicht also lässt sich in einer Überflussgesellschaft Not lindern.