Hilfe geht von Herdecke direkt nach Hombori

Christel Horkenbach hat eine Kantine für Schulkinder im malischen Dorf Hombori gegründet. Zur Finanzierung des Projektes verkauft sie Blumen.
Christel Horkenbach hat eine Kantine für Schulkinder im malischen Dorf Hombori gegründet. Zur Finanzierung des Projektes verkauft sie Blumen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Christel Horkenbach freut sich auf das Treffen der Pflanzefreunde in der Gärtnerei Krieger in Herdecke. Dort bietet sie nicht nur ihre Gartenschätze an, sondern stellt auch ihr Hilfsprojekt für Mali vor.

Herdecke..  Christel Horkenbach hat eigentlich keine Zeit. Der Garten, der ihre „Kleine Gärtnerei“ an der Wilhelm-Huck-Straße mit Pflanzen versorgt, braucht ihren grünen Daumen. Doch die 66-Jährige, die ihren (Un)Ruhestand im Sommer mit alten Gartenschätzen wie tränendem Herzen, Jakobsleiter oder Salomonsiegel verbringt, hat noch ein zweites Projekt, in das sie viel Energie steckt: Christel Horkenbach unterstützt eine Schule samt Kantine in einem Dorf in Mali. Weit weg und doch für die Herdeckerin ganz nah. Denn nach einigen Reisen in das afrikanische Land pflegt die Gärtnerin intensive Kontakte mit der Dorfschule in Hombori. „Hinreisen kann ich aber nicht mehr, dafür ist die Situation im Land zu gefährlich“, sagt Christel Horkenbach. „Die Gegend um Hombori – dort bin ich weit und breit die einzige Unterstützerin – ist vermutlich ebenso wie Timbuktu nur zu etwa 40 Prozent sicher vor Übergriffen von unterschiedlichen Verbrechergruppen.“

Doch nicht nur die politische Instabilität macht den Alltag in Mali schwierig. „Nach Jahren der Trockenheit wird die Ernährungssituation der Menschen, die meist Zebu-Bauern sind, immer brisanter“, so Horkenbach. Dazu kommt, dass es keinen Tourismus mehr gibt. „Erst vor ein paar Tagen sprach ich mit einem Händler, der gerade aus Mali kam. Alle Einnahmen, die durch die Touristen zu den Menschen kamen, sind weggebrochen. Es sind keine ,Weißen’ mehr im Land.“

Vor Ort kann Christel Horkenbach nicht mehr helfen, dafür steckt sie aber umso mehr Energie in ihr Garten-Projekt in Herdecke, denn die Einnahmen aus der „Kleinen Gärtnerei“ gehen alle nach Mali. „Im vergangenen Jahr lief ,Die Kleine Gärtnerei’ so gut, dass zusammen mit großzügigen Spenden alle Kinder der Schule mit Moskito-Netzen zum Schutz vor Malaria versorgt werden konnten.“ In diesem Jahr werden alle Spenden und Einnahmen durch Pflanzenverkauf dazu verwendet, die Ernährung zu sichern und, wenn möglich, mehr Lebensmittel zu kaufen.

Mutterkraut und Nachtviole

Eine Einladung zum Treffen der Pflanzenfreunde in der Gärtnerei Krieger am 30. und 31. Mai in der Gahlenfeldstraße 5 kommt für Christel Horkenbach da gerade recht. „Ich habe mich gefreut, aber auch gewundert, dass ich dorthin eingeladen werde“, sagt sie. Für die passionierte Gärtnerin sind die klassischen Gartenschätze wie Mutterkraut, Nachtviole oder Lichtnelke nichts besonderes. Für die Veranstalter der Pflanzenfreunde-Treffen schon. Und Christel Horkenbach freut sich, dass sie nicht nur ihre Blumen zeigen und verkaufen darf, sondern auch ihr Mali-Projekt vorstellen kann.

Christel Horkenbach hofft auf viele Kunden, denn das Schulprojekt in Hombori steht vor großen Herausforderungen. Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder, inzwischen sind es 450 Jungen und Mädchen die unterrichtet und versorgt werden müssen. „Mehr Lehrer gibt es aber nicht“, weiß die Herdeckerin. Und auch an Material fehlt es. Also hat Christel Horkenbach in ihrem Freundeskreis noch einen weiteren Spendenaufruf verbreitet. Sie konnte Platz in einem Container ergattern, der Spenden nach Mali bringt. Nun sind auch Bleistifte und Buntstifte, Wachsmalstifte, Wasserfarben, Etuis, Bastelscheren, Tornister aber auch Spielsachen wie Puppen, Bilderbücher und Bücher auf Französisch, Tafeln oder Papier gefragt. „Plastikspielzeug bitte nicht“, mahnt Horkenbach an. Abfälle können in Mali nur schwer entsorgt werden.

Mit der Plastiktüte zur Schule

Auch Kleidung ist in Hombori Mangelware. „Von Turnschuhen bis zu einer warmen Jacke, die Kinder können alles gebrauchen“, so Horkenbach. Selbst Stoffbeutel, die Kunden hier häufig als Werbegeschenk bekommen, helfen weiter. „Die meisten Kinder kommen mit einer Plastiktüte in die Schule mit kaum etwas drin.“