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Mobiles Hospiz Wetter

Hilfe für die schwersten Stunden

23.01.2012 | 15:37 Uhr
Hilfe für die schwersten Stunden

Wetter. Wo Leben ist, ist immer irgendwann der Tod. Auch wenn die meisten Menschen die schwarze Gestalt des Gevatters gerne ignorieren möchten, begleitet sie uns doch. Jeder muss, freiwillig oder unfreiwillig, zu einem bestimmten Zeitpunkt seinen Frieden mit ihm machen.

Seit Juni 2011 gibt es in Wetter Menschen, die sich freiwillig und bewusst dieses schweren Themas annehmen – „das mobile hospiz wetter e.v.“ Der dreiköpfiger Vorstand, der aus der Vorsitzenden Barbara Tasli, ihrer Stellvertreterin Ümmahan Akbulut und dem Schatzmeister Bernd Dentzer besteht, agiert zusammen mit einem flexiblen Beirat, in den sich jedes Mitglied nach Interessenlage einbringen kann.

Der Verein startete im letzen Sommer mit nicht mehr als 50 € Barschaft und dem Willen etwas zu bewirken. „Die Resonanz der Menschen war groß, wir bekamen Sachspenden, einen kleinen Raum und einen dringend benötigten Computer“, beschreibt Barbara Tasli die Hilfsbereitschaft.

Bevor aber die eigentliche Hauptarbeit des Vereins, die mobile Hospizarbeit, beginnen kann, müssen die 15 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und Helfer sich schulen lassen. Am vergangenen Wochenende begann nun diese kostenlose Schulung, die im Jahr 2012 das Herzstück des Vereins bildet. Etwa ein Jahr lang werden die ehrenamtlichen Hospizhelfer sich nun auf ihre schwere Aufgabe vorbereiten, bevor der Verein dann ab 2013 eine Geschäftsstelle in Wetter eröffnet und die Arbeit aufnimmt.

Es sind die unterschiedlichsten Menschen, mit den unterschiedlichsten Hintergründen, die sich für die ehrenamtliche Hospizarbeit zur Verfügung stellen. „Wir haben Menschen gesucht, die andere Menschen auf dem letzten Stück ihres Weges begleiten – und wir haben sie gefunden“, erzählt Barbara Tasli. Männer und Frauen im mittleren Alter, teilweise aus sozialen Berufen, haben sich für diese Aufgabe entschieden.

Ein Mosaiksteinin der Versorgung

Konkret bedeutet das für Angehörige sterbenskranker Menschen, dass sie beim mobilen Hospizverein aktive Hilfe bekommen können. Hilfe, die koordiniert, unterstützt, tröstet und begleitet. Ein Mitarbeiter stellt sich auf Wunsch der Angehörigen in der Familie vor und dann wird gemeinschaftlich mit dem Sterbenden überlegt, wie die Begleitung aussehen kann, was benötigt wird, wo geholfen und unterstütz werden kann.

Ein Netzwerk soll es sein, eine Hand in Hand Arbeit mit Apotheken, Hausärzten, Palliativmedizinern und den ambulanten Pflegediensten - „das mobile hospiz wetter e.v.“ möchte der fehlende Mosaikstein sein, der es den Schwerstkranken, wenn sie es wünschen, ermöglicht möglichst lange in ihrem eigenen Zuhause zu bleiben.

Aber nicht nur eine Vereinskultur der Trauer, sondern eine Kultur des würdigen Abschiednehmens und der Freude an dieser Arbeit ist das Ziel des Hospiz-Vereins, denn wo Tod ist, da ist auch immer Leben.

Kerstin Landwehr

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