Herdecker Markt soll bleiben, wie er ist

Der Bürstenstand ist seit ein paar Wochen neu in Herdecke. Doch viel mehr Möglichkeiten, das Sortiment auszuweiten gibt es nicht. Die Markthändler sind mehrheitlich gegen eine Erweiterung.
Der Bürstenstand ist seit ein paar Wochen neu in Herdecke. Doch viel mehr Möglichkeiten, das Sortiment auszuweiten gibt es nicht. Die Markthändler sind mehrheitlich gegen eine Erweiterung.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Vorstoß der SPD, den Markt am Donnerstag in Herdecke zu erweitern und auf den Kampsträter Platz auszudehnen, scheint gescheitert. Die Verwaltung hat die Händler befragt. Mit einem eindeutigen Ergebnis.

Herdecke..  Die Idee der SPD-Fraktion Herdecke, den Wochenmarkt am Donnerstag bis auf den bald neu gestalteten Kampsträter Platz auszuweiten, stößt bei Markthändlern wie auch den Betreiber der Geschäfte in der Fußgängerzone auf wenig Gegenliebe. Verwaltung und Werbegemeinschaft haben Markthändler und auch die stationären Gewerbetreibenden befragt und ein eindeutiges Ergebnis bekommen: Der Markt soll so bleiben wie er ist.

44 feste Händler beschicken jeden Donnerstag den Markt in der Fußgängerzone. „42 davon waren gegen eine Erweiterung des Marktes auf den Kampsträter Platz“, sagt Ilka Bigota, als Leiterin des Ordnungsamtes für den Markt zuständig. Um die Umfrage noch weiter zu präzisieren, wurde den Händlern ein Wechsel auf den neuen Platz angeboten. Doch auch hier gab es nur Ablehnung. „Die Händler sind sehr darauf bedacht, ihren Stellplatz zu behalten“, weiß Ilka Bigota. Rücke ein Stand nur wenige Meter nach oben oder unten, fürchten viele schon um die Kunden, die „ihren Händler“ immer am gleichen Platz suchen würden. „Wir haben sogar schon einen Gerichtsstreit um einen Platz geführt“, erinnert sich Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster.

Umsätze über zwei Jahre analysiert

Und was ist mit den Einzelhändlern, die den Obst- oder Blumenstand direkt vor dem Schaufenster haben? Auch diese Geschäftsleute wollen den Markt in seiner kompakten Form behalten. Befragt wurden die Geschäftsleute in der oberen und unteren Fußgängerzone. „Für die meisten ist der Donnerstag der umsatzstärkste Wochentag“, sagt Bettina Reichel, Vorsitzende der Werbegemeinschaft und selbst Inhaberin von drei Modegeschäften in der Fußgängerzone. Ihr Schuhladen gehört zu den Geschäften, die beinahe komplett hinter den Planen der Markthändler verschwinden. Dennoch will die Geschäftsfrau den Markt nicht missen. „Wir haben über zwei Jahre die Umsätze speziell in dieser Lage angeschaut, der Donnerstag lohnt sich auch für uns.“

Andere Händler hätten sogar berichtet, dass auch neue Kunden an einem Donnerstag in die Geschäfte finden würden. „Unser Markt zieht viele Einkäufer aus dem Umland“, weiß auch Katja Strauss-Köster. Menschen, die nach der Erfahrung der Einzelhändler, auch ein zweites Mal nach Herdecke kommen, um das Flair der Stadt und die Einkaufsmöglichkeiten zu genießen.

Lange Warteliste

Nun könnte man den Markt ja auch mit zusätzlichen Händlern bis auf den neuen Platz verlängern. Bewerber gibt es genug, sagt Ilka Bigota, die aus zwei Seiten mit Namen auswählen könnte, mit dem gleichen Sortiment. Doch will man den Händlern nicht zu viel Konkurrenz machen. Katja Strauss-Köster fürchtet, dass vor allem die obere Fußgängerzone dann leiden würde.

Und was sagt die SPD? „Wir haben aus einem Gespräch mit den Einzelhändlern die Erkenntnis gewonnen, dass sie den Markt in seiner jetzigen Form behalten wollen“, sagt Jan Schaberick, Ratsmitglied und Bürgermeisterkandidat. Und noch etwas ist damit klar geworden. „Nicht jede Idee aus der Politik wird für gut befunden.“