Herdecke startet mit mehr Arbeitslosen ins Jahr 2015

Im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden im Dezember 441 Stellen neu gemeldet.
Im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden im Dezember 441 Stellen neu gemeldet.
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Was wir bereits wissen
Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat laut Agentur für Arbeit kaum von der Arbeitsmarktbelebung profitiert. 1445 Stellen blieben etwa zum Jahresende unbesetzt.

Wetter/Herdecke..  Der Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis hat sich nach Auskunft der Agentur für Arbeit zum Jahresende weiter günstig entwickelt. „Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vormonatsvergleich um 148 auf 11 787. Die Arbeitslosenquote ging damit um 0,1 Punkte auf 7,0 Prozent zurück“, heißt es im vorliegenden Arbeitsmarktbericht. Allerdings gibt es für den Start ins neue Jahr einen leichten Dämpfer. „Für den Januar erwarte ich einen jahreszeitlich bedingten deutlicheren Anstieg der Arbeitslosigkeit“, so die Prognose von Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen.

Mittelfristig seien die Prognosen der Institute für 2015 wieder optimistischer, „doch wird eine mögliche Belebung im Kreis verhaltener sein als in NRW oder Deutschland insgesamt“, sieht Helm eine spezielle Entwicklung in der Region voraus. „Der Ennepe-Ruhr-Kreis verliert Einwohner und profitiert trotz wirtschaftlicher Belebung nicht in gleichem Maße vom Beschäftigungsaufbau der vergangenen Jahre.“

Verbesserung bei unter 25-Jährigen

Ein Blick auf die Jahresdaten für 2014 macht die Arbeitsmarktsituation im abgelaufenen Jahr deutlich. Im Jahresdurchschnitt 2014 waren 12 556 Menschen im EN-Kreis arbeitslos gemeldet, 224 oder 1,8 Prozent weniger als 2013. In der Arbeitslosenversicherung waren es mit 3812 sogar 7,7 Prozent weniger als im Durchschnitt 2013, bei der Grundsicherung mit 8744 hingegen 1,1 Prozent mehr.

„Die Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft der Unternehmen war 2014 zwar etwas besser als im von Stagnation geprägten Jahr 2013, insgesamt aber nach wie vor zu niedrig, um die Wiedereingliederungschancen Erwerbsloser nachhaltig zu verbessern. Insbesondere die Situation der Langzeitarbeitslosen hat sich mit einem jahresdurchschnittlichen Anstieg um 1,3 Prozent verschlechtert. Hier wird im Jahr 2015 ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegen“, so Helm. Klar verbessert habe sich die Lage hingegen für die jüngeren Arbeitslosen: Bei den unter 25-Jährigen gab es einen Rückgang um 8,2 Prozent.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis wurden im Dezember 441 Stellen neu gemeldet, vier mehr als noch im Vormonat. Immerhin waren es 113 mehr als vor einem Jahr. Den größten Bedarf hatten weiterhin Leiharbeitsunternehmen (115 Stellen) und – begünstigt durch das Weihnachtsgeschäft – der Handel (75). Das Verarbeitende Gewerbe meldete 63 Vakanzen, und für Gesundheitsdienstberufe gab es 61 Angebote. Zum Jahresende waren insgesamt 1445 Stellen unbesetzt, 348 oder fast ein Drittel mehr als Ende 2013.

Lage in Städten unterschiedlich

In den Kommunen ist die Lage unterschiedlich: In Breckerfeld änderte sich fast nichts (+ 1 Arbeitsloser). Herdecke (+12), Schwelm (+12) und Sprockhövel (+22) meldeten steigende Arbeitslosenzahlen, die durch Rückgänge in Gevelsberg (-5), Hattingen (-9), Wetter (-23), Ennepetal (-37) und Witten (-121) ausgeglichen wurden. Nur Breckerfeld, Schwelm und Herdecke haben derzeit eine etwas höhere Erwerbslosigkeit als vor einem Jahr.