Herdecke auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt

Ihr Weg ist noch weit: Jörg Piontek-Möller, städtischer Klimaschutzmanager; Prof. Dr. Ulrich Schwellenberg, SPD-Stadtverbandsvorsitzender; Antje Meyer, Leiterin der Fairtrade-Steuerungsgruppe; Doris Althaus, Mitarbeiterin im Medien- und Arbeitszentrum der Friedrich-Harkort-Schule (von links).
Ihr Weg ist noch weit: Jörg Piontek-Möller, städtischer Klimaschutzmanager; Prof. Dr. Ulrich Schwellenberg, SPD-Stadtverbandsvorsitzender; Antje Meyer, Leiterin der Fairtrade-Steuerungsgruppe; Doris Althaus, Mitarbeiterin im Medien- und Arbeitszentrum der Friedrich-Harkort-Schule (von links).
Foto: Sarah Müller
Bis zum offiziellen Siegel bleibt noch viel zu tun: Kostproben fair gehandelter Produkte soll es für Herdecker nun bei den Genießertagen im Juni geben.

Herdecke..  Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster ist überzeugt. In ihrem Büro brodelt Kaffee aus fair gehandelten Bohnen aus Brasilien oder Peru. Unter gerechten Arbeitsbedingungen angebaut, sichert er seinen Produzenten in den Entwicklungsländern mit stabilen Preisen den Lebensunterhalt. Das ist der Gedanke hinter der Sache mit dem fairen Handel.

Ein entsprechendes Siegel klebt aber nicht nur auf dem Pfund Kaffee. Auch Bananen, Honig und sogar Fußbälle erfüllen die Anforderungen. Ganze Städte unterstützen den fairen Gedanken inzwischen, in direkter Nachbarschaft Dortmund und Hagen. Herdecke will nachziehen. Aber damit sich die Stadt bald auch offiziell Fairtrade-Town nennen darf, ist noch viel zu tun.

Die Vorgaben sind sportlich: Einzelhändler müssen mindestens zwei fair gehandelte Produkte in ihr Sortiment aufnehmen, nicht nur auf dem Bestellzettel, die Sachen sollen das ganze Jahr über auf Lager liegen. Konkret heißt das: Floristen verkaufen Rosen von Blumenfarmen in Ostafrika und Schreibwarenhändler bieten Schulhefte an, aus recyceltem Papier, für das keine neuen Bäume gefällt werden.

Fünf Schritte bis zur Auszeichnung

Insgesamt sind es fünf Schritte, die Herdecke bis zur Zielgeraden überwinden muss. Einige erscheinen besonders schweißtreibend, andere sind schon geschafft. Den Startschuss hat der Ratsbeschluss vom 11. Juli 2013 geliefert. Danach ist eine entsprechende Steuerungsgruppe ins Rennen gestartet. Ihre Mitglieder setzen sich regelmäßig zusammen und arbeiten sich an den Geschäften und Restaurants in der Stadt ab. Sie sind so etwas wie die Botschafter, die den fairen Gedanken vom Planungstisch nach draußen tragen. Doch sie müssen noch überzeugender werden. Bis jetzt ist die Resonanz eher verhalten.

Die großen wie Lidl, Edeka, Kaufpark und Rewe haben schon gut bestückte Regale – wenn auch teilweise etwas versteckt. Die kleinen Einzelhändler klammern sich dagegen an die Vorgaben ihrer Lieferanten - sie seien schließlich an die Produktpalette gebunden.

Kostproben bei den Genießertagen

Andere argumentieren damit, dass sie ohnehin Produkte aus der Region verkauften, das sei fair genug. „Was können wir noch tun, um Fairtrade bekannter zu machen?“, fragt Antje Meyer ihre Mitstreiter beim Treffen am vergangenen Dienstag im Friedrich-Harkort-Gymnasium. „Vielleicht könnten wir auch mal etwas zum Probieren anbieten“, schlägt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Schwellenberg vor. Konkrete Termine dafür sind schnell gefunden.

Die Herdecker Genießertage im Juni bieten sich an. Auch das Frühlingsfest für Senioren am 7. Mai im Zweibrücker Hof. Dann kommt Orangensaft aus Brasilien auf den Tisch, und die Plätzchen sind gebacken mit Nüssen von Kleinbauern aus Pakistan. Bis zum nächsten Treffen der Steuerungsgruppe am 10. März soll es jetzt noch konkreter werden. Die Steuerungsgruppe sucht noch weitere Interessenten, die aktiv mitarbeiten wollen und Einzelhändler oder Restaurants, die Herdecke auf dem Weg zur Fairtrade-Town begleiten und noch stärker unterstützen möchten. Nächster Treff ist am Dienstag, 10. März, um 19.30 Uhr.