Handynutzung sorgt Verkehrswacht

Herdecke..  Nach der Berichterstattung in der Silvester-Ausgabe über die Folgen des Unfalls auf der B54 in Herdecke, bei dem am 17. Februar 2014 eine 21-jährige Dortmunderin vermutlich wegen der Ablenkung durch eine eingehende Whats-App-Nachricht starb, gab es viele Reaktionen zu der Problematik Handynutzung im Straßenverkehr. Während im Internet bzw. auf Facebook viele Nutzer über die Gefahren diskutieren, gab es auch zahlreiche Anfragen verschiedener Medien.

Die Deutsche Verkehrswacht teilte zu dem Thema nun mit: „Mit dem neuen Jahr kommt die Chance, eingeschliffene Verhaltensweisen zu ändern. Eine kritische Angewohnheit kann die ständige Erreichbarkeit sein – wer während des Autofahrens sein Handy nutzt, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer.“

Laut aktueller Umfrage der Kfz-Direktversicherer DA Direkt nutzen 30 Prozent der Deutschen beim Autofahren ein Mobiltelefon. Wer während der Fahrt Mails schreibt, seinen Social-Media-Auftritt aktualisiert oder Nachrichten liest, handele ordnungswidrig (Paragraph 23, Absatz 1a, Straßenverkehrsordnung) – es drohen 60 Euro Bußgeld und ein Punkt im Fahreignungsregister.

Eigenes Verhalten kritisch betrachten

„Wer bei 50 km/h nur fünf Sekunden auf sein Handy schaut, legt 70 Meter zurück, in denen er unaufmerksam ist. Allein diese Zahlenspielerei sollte Grund genug sein, die eigene Handynutzung kritisch zu hinterfragen“, so der ehemalige Bundesminister Prof. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht. Bei Unfällen – gleich ob verschuldet oder unverschuldet – kann die Handynutzung als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden, mit entsprechenden Kürzungen beim Schadensausgleich.

„Sobald das Handy aufgenommen oder gehalten werden muss, handelt der Fahrer ordnungswidrig. Dabei ist es völlig egal, welche der zahlreichen Funktionen er nutzt“, meint Bodewig. Autofahrer sollten das Handy während der Fahrt in den Flugmodus schalten oder den Beifahrer bitten, das Gerät zu bedienen. Von Freisprechanlangen sei abzuraten, da das Telefonieren damit genauso stark ablenke wie ein Gespräch mit dem Hörer am Ohr.

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