GVS setzt auf moderne Strukturen mit kleinerem Vorstand

Mitglieder des neuen GVS-Vorstands plus Geschäftsführung: (von links) Vorstandsvorsitzender Manfred Kessler, die Geschäftsführer Lars Heismann und Ewa Kohut, Susanne Kipper und Almut Schanzmann (Stellvertreterinnen von Kessler).
Mitglieder des neuen GVS-Vorstands plus Geschäftsführung: (von links) Vorstandsvorsitzender Manfred Kessler, die Geschäftsführer Lars Heismann und Ewa Kohut, Susanne Kipper und Almut Schanzmann (Stellvertreterinnen von Kessler).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Acht Vorstandsmitglieder gibt es nach einer Satzungsänderung im GVS in Herdecke, zuvor waren es 15. Zahlreiche Aufgaben stehen nun an.

Herdecke..  Die Aufgaben werden nicht kleiner, der Vorstand schon: Der Gemeinnützige Verein für Sozialeinrichtungen (GVS) gehört in Herdecke zu den größten Arbeitgebern, da er etwa alleiniger Gesellschafter der 2012 gegründeten Seniorendienste gGmbH ist. Das Besondere an dieser Konstellation ist das Miteinander von hauptberuflichen Geschäftsführern wie Ewa Kohut – im Verbund mit Dr. Lars Heismann – und Ehrenamtlichen.

Neue Satzung für den Verein

Mit einer Satzungsänderung will sich der GVS schlanker aufstellen. „Wir haben uns beraten lassen, um unsere Strukturen zu modernisieren“, berichtet Kohut. „Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen und stehen im Wettbewerb mit privaten Anbietern, da hilft uns der Aspekt der Gemeinnützigkeit nicht wirklich.“ Also gehören dem Vereinsvorstand nur noch acht statt 15 Mitglieder an, aufgeteilt in vier städtische bzw. politische Vertreter und vier engagierte Bürger. „So sind wir im Falle einer Patt-Situation gezwungen, uns zwecks einer Einigung zusammen zu raufen“, so Heismann.

Turnusgemäß wurde nun Manfred Kessler für fünf Jahre zum geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden gewählt, als Nachfolger von Hans-Dieter Weber hatte er nach dessen Tod die Aufgaben über längere Zeit schon kommissarisch übernommen. Kesslers Stellvertreterinnen sind Almut Schanzmann und dann Susanne Kipper.

Zum erweiterten Vorstand gehören auf der bürgerlichen Seite neben Kessler und Schanzmann noch Dr. Margrit Sollbach-Papeler und Gordon Heinemann, das achtköpfige Gremium vervollständigen Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster, Kipper, Iris Stalzer und Dr. Sascha Schacht. Aus den vorigen Vorstandsreihen wechselten zwei Mitglieder in den fünfköpfigen Aufsichtsrat (derzeit sind vier aktiv) um Vorsitzenden Gerhard Timper und Stellvertreter Klaus Faeskorn, die die Seniorendienste gGmbH kontrollieren.

„Bei uns soll weiterhin im Einklang entschieden werden“, betont Kessler. Beispiel: Auch wenn er mit seinen zwei Stellvertreterinnen den Verein offiziell repräsentiert und sie als geschäftsführendes Gremium etwa über Fragen in allen sechs GVS-Kindertagesstätten in Herdecke alleine entscheiden könnten, soll dies bei den regelmäßigen Treffen (einmal im Quartal) im Verbund mit den anderen fünf Vorstandsmitgliedern geschehen.

Beratungsstelle zieht an Bachplatz

Während sich die Verantwortlichen beim Personal nun „gut aufgestellt“ fühlen, richten sie den Blick auf die anstehenden Aufgaben. Neben dem Neubau am Nacken und den Anpassungen nach gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit sucht der GVS derzeit eine neue Leitung für die Erziehungsberatungsstelle, die in Kürze in den früheren Bunker bzw. die ehemaligen Räume des Deutschen Roten Kreuzes am Bachplatz einzieht.

Außerdem: „Auch wenn wir im ambulanten Bereich gut etabliert sind, wollen wir diesen Bereich weiter ausbauen“, sagt Kohut mit Blick auf Altenwohnungen und betreutes Wohnen. Auch in der Kinder- und Jugendhilfe soll es weiter niederschwellige Beratungsangebote geben. Bestehende Netzwerke sollen weiter vertieft werden.

In Sachen Pflege rücken der 15. April und die kommunale Konferenz ins Blickfeld, da ein neuer Leitfaden auch konkrete Auswirkungen etwa für Projekte im Haus Ruhraue oder in Kirchende bzw. in der Goethestraße haben kann. Von den insgesamt 400 GVS-Beschäftigten sind übrigens 290 im Seniorendienst aktiv und mehr als 60 in Kindergärten.