Gutes Benehmen ist keinesfalls Glücksache

Heike Blaurock-Guske unterrichtet in einer FHS-Klasse in Herdecke.
Heike Blaurock-Guske unterrichtet in einer FHS-Klasse in Herdecke.
Foto: WP
Gymnasiasten aus Herdecke lernen Umgangsformen für Beruf und Alltag kennen. Trainerteam war im Unterricht zu Gast

Herdecke..  Wie benehme ich mich im Alltag gegenüber Lehrern, Eltern und Freunden? Was muss ich bei einer richtigen Begrüßung beachten, und wie wichtig sind eigentlich Tischmanieren und Hilfsbereitschaft? All diese Fragen wurden jetzt den Schülerinnen und Schülern der vier neunten Klassen der Friedrich-Harkort-Schule in Herdecke beantwortet. Denn zu Besuch waren Tarek Zahran und Heike Blaurock-Guske von der Barmer GEK, die den Nachwuchs über die richtigen Umgangsformen in Beruf und Alltag aufklären wollten.

Die Schüler des Gymnasiums erhielten daher eine kleine Auffrischung in Sachen „ richtiges Benehmen“. Normalerweise legen die beiden Mitarbeiter der Versicherung ihren Fokus auf Bewerbungstrainings an den Schulen, doch als neues Projekt möchten sie den Jugendlichen nun auch die richtigen Umgangsformen für das alltägliche Leben mit auf den Weg geben.

„Es geht um Stressvermeidung durch das Lernen von Umgangsformen“, so Heike Blaurock-Guske. Daher erklärte sie den Zuhörern auch, wie man sich in den verschiedensten Situationen am besten verhält. Wie sieht der perfekte Händedruck aus, warum ist Augenkontakt so wichtig und warum ist Höflichkeit immer von Vorteil, waren nur einige der Probleme, die in den Unterrichtsstunden aufgeworfen wurden. Und das Interesse der Schüler war groß. Immer wieder wurden Fragen gestellt, die auch zu offenen Diskussionen führten.

Platz anbieten – oder nicht?

So stellte sich zum Beispiel die Frage: Biete ich einem älteren Menschen einen Sitzplatz im Bus an? Normalerweise sollte die Antwort hier direkt „Ja“ lauten, aber die Schüler sahen das ein wenig anders. „Natürlich biete ich auch einen Platz an. Aber oft wird man von den alten Leuten dann schon mürrisch angeschaut, und sie wollen überhaupt nicht. Daher überlege ich mir das schon“, so die Einstellung eines Schülers. Auch dass man sich nach dem Niesen laut neuer Knigge- Regelung entschuldigen soll, entfachte eine kleine Diskussion. Denn der ein oder andere in der Klasse fand diese neue Benimmregel „total dämlich“. Aber wenn man der Meinung von Heike Blaurock-Guske Glauben schenken darf, dann wird sich alles im Laufe der Zeit dieser neuen Regel anpassen. In der Unterrichtsstunde kamen somit einige Themen zur Sprache, die von den Schülern demnächst im Alltag umgesetzt werden können. Doch eines ist laut Heike Blaurock-Guske und ihrem Kollegen Tarek Zahran auffällig. Schimpfen doch immer wieder viele Leute auf die „Jugend von heute“, so sagen die beiden Experten: „Es hat sich wieder viel gewandelt.“ Die Jugendlichen seien wieder hilfsbereiter und höflicher.

„Wichtig und erfolgreich“

Auch Lehrerin Angelika Parreidt, die sich um den Besuch der beiden Gäste gekümmert hatte, hielt die Unterrichtseinheit für wichtig und erfolgreich. „Ein Umdenken muss stattfinden“, so die Pädagogin. Und das Wichtigste, das die beiden Knigge-Experten den Schülern mit auf den Weg gaben: „Behandelt jeden so, wie Ihr auch selbst behandelt werden möchtet.“

Mit dieser simplen Regel, falle das richtige Benehmen nicht schwer.