Grundstücksmarkt auf einen Blick
14.04.2010 | 18:21 Uhr 2010-04-14T18:21:00+0200Wie haben sich Umsätze und Preise auf dem Grundstücksmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis entwickelt? Wo liegt das Preisniveau? Wie hoch war die Nachfrage nach Wohnungseigentum?
- Antworten auf diese Fragen liefert alle zwölf Monate der Grundstücksmarktbericht.
Veröffentlicht wird er vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im EN-Kreis. Berücksichtigt werden Verkäufe von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie von Eigentumswohnungen. Grundlage für den jetzt vorliegenden Bericht sind ausgewertete Kaufverträge aus 2009. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick: Die dem Gutachterausschuss zur Verfügung gestellten 1 920 Kaufverträge dokumentieren einen Gesamtumsatz von 285,8 Millionen Euro, flächenmäßig wechselten 365,5 Hektar den Besitzer. „Diese Informationen sind absolut ausreichend, damit können wir die Umsatz- und Preisentwicklung darstellen und über das Preisniveau informieren“, erläutert Jürgen Wagenbach, Vorsitzender des Gutachterausschusses die Aufgabe des Gremiums. Es ist für alle neun kreisangehörigen Städte ohne Witten zuständig.
Preise für Bauland
sind rückläufig
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Grundstückmarktbericht bei 116 verkauften Baugrundstücken für den individuellen Wohnungsbau rückläufige Preise. Durchschnittlich wurden für den Quadratmeter 209 Euro bezogen auf ein 533 Quadratmeter großes Baugrundstück gezahlt, 2008 waren es 223 Euro. Kreisweit schwankten die Durchschnittspreise zwischen 185 Euro (Breckerfeld) und 235 Euro (Sprockhövel). Für Ein- und Zweifamilienhäuser weist der Bericht bei den Verkäufen einen Rückgang von fünf Prozent aus, absolut wechselten im letzten Jahr 490 Häuser den Besitzer. Bei den Eigentumswohnungen war das Interesse gegenläufig, hier gab es ein Plus von 20 Prozent .
Die Preise für Häuser sind leicht gefallen. So kostete ein freistehendes Einfamilienhaus je nach Baujahr zwischen 165 000 und 325 000 Euro. Für eine neuerbaute, unterkellerte Doppelhaushälfte bzw. ein Reihenendhaus wurden durchschnittlich 270 000 Euro gezahlt. Der Preis für neue Eigentumswohnungen machte mit 2 225 Euro/qm einen Sprung nach oben, 2008 hatte der Preis noch bei 2 050 Euro gelegen. Die Preise für Altbauwohnungen gingen leicht zurück. So kosteten Wohnungen der Baujahre 1980 bis 1989 im Durchschnitt 1 175 Euro/qm. „Preisabweichungen nach oben oder unten ergeben sich natürlich durch Lage, Ausstattung und Alter der jeweiligen Wohnung“, so Wagenbach.
Wer ein Grundstück kaufen oder verkaufen möchte, als Gutachter eine Bewertung vornehmen muss oder für die Erbschafts- und Schenkungssteuer nach Anhaltspunkten für einen angemessenen Preis für den Quadratmeter Boden sucht, der kann auf die neuen Bodenrichtwertkarten zurückgreifen. Unter www.boris.nrw.de genügt die Eingabe des Städte- und Straßennamens sowie der Hausnummer - und ein Kartenausschnitt verrät kostenfrei den aktuellen Bodenrichtwert. Darüber hinaus sind Preisauskünfte zu Häusern und Eigentumswohnungen, die Grundstücksmarktberichte der einzelnen Gutachterausschüsse in NRW sowie Bodenwertübersichten der einzelnen Städte zu finden. Neu hinzu kommen im Laufe des Jahres Immobilienwertübersichten für Häuser und Eigentumswohnungen.
Bodenrichtwertkarten können im Kreishaus in Schwelm, Zimmer 604/604a, (0 23 36) 93 25 06, eingesehen werden. Weitere Infos über Aufgaben, Zusammensetzung und Angebote des Gutachterausschusses im Internet unter www.gutachterausschuss.en-kreis.de.
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