Grün neben Grün im Herdecker Rat

Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Eine zweite Fraktion der Grünen für den Rat der Stadt Herdecke steht vor der Gründung. Gestritten wird über Personen, nicht über Positionen

Herdecke..  Im Herdecker Rat wird es schon bald zwei Fraktionen mit Grünen geben. Andreas Disselnkötter und Peter Gerigk sind von der einstmals fünfköpfigen Fraktion übrig geblieben. Iris Stalzer und Jens Plümpe, ebenfalls im Mai in den Rat gewählt, wollen mit Birgit Berg eine eigene Fraktion bilden. Sie wird für die ausgetretene Annina Erbes nachrücken. So jedenfalls Jens Plümpe nach einem Gespräch, das von Vertretern des Grünen Kreisvorstandes moderiert worden war.

Die Rückkehr in eine einheitliche Fraktion ist für Jens Plümpe weiter undenkbar. Im August hatte er Peter Gerigk als Vertreter von Iris Stalzer in der Fraktionsspitze abgelöst. Damit wurden die Risse innerhalb der Fraktion sichtbar, die nun zur Gründung einer zweiten Fraktion führen dürften. Für Plümpe ging es bei dem Gespräch am Montag nur noch um die Art des Nebeneinanders. Was er sich vorstellen kann, ist eine „friedliche Koexistenz und Kooperation – ohne zusammen zu tagen.“

Andreas Disselnkötter, Fraktionsvorsitzender der geschrumpften Fraktion, hat zwar immer noch die Hoffnung, dass es noch im Laufe des Jahres wieder eine geeinte Vertretung der Grünen im Rat gibt. Sollte es aber eine grüne Fraktion neben seiner geben, geht er davon aus, „dass grüne Politik vor den politischen Beratungen wie auch immer abgestimmt wird.“ Das wäre dann „eine enge Gemeinschaft, wenn auch etwas unkonventionell“.

Änderung im Ortsvorstand steht an

Zwischenmenschlich sieht sich Disselnkötter „total problemlos im Umgang mit allen Akteuren.“ Inhaltlich gebe es ohnehin keine Differenzen. Je mehr der Weg einer Kooperation beschritten werde, „umso weniger wird der Ortsverband beschädigt“, vermutet Disselnkötter. Zunächst müsse sich auch der Ortsverband noch einmal neu formieren, nachdem Birgit Berg ihr Amt als Sprecherin zur Verfügung gestellt habe. Sie geht ja in den Rat. Und auch Peter Gerigk habe angekündigt, „dass er nicht bis zum Ende der Ratsperiode der Fraktion angehören wird.“

Disselnkötter sieht sich weiterhin als Vorsitzender der Fraktion, die mit Rückendeckung des Ortsverbandes im Namen von Bündnis 90/Die Grünen antrete. Ein entsprechender Beschluss aus dem Vorjahr sei noch nicht aufgehoben, so sein Standpunkt. Allerdings hatte der grünen Basis in diesem Jahr durchaus ein Vorschlag vorgelegen, sich stattdessen hinter die Ratsmitglieder Plümpe, Stalzer und Berg zu stellen. Dieser Beschluss war zwar nicht gefasst, aber auch nicht abgelehnt worden.

Der Fraktionsstatus ist wichtig, weil Mitglieder einer Fraktion mehr Rechte und Möglichkeiten haben als Einzelkämpfer. Wenn es friedlich bleibt, wollen die Drei von der neuen Fraktion wie üblich einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen an die Partei weiter geben. Und ganz unabhängig davon, wie es läuft mit den beiden anderen Grünen im Rat oder dem Ortsverband: Den Mehraufwand für den Fraktionsvorsitz will das Trio von der Stadt nicht einfordern. Zwei grüne Fraktionen sollen den Bürger finanziell nicht teurer zu stehen kommen als eine.