Gottes Geist bewegt Brückenbauer

Der Wechsel von Sonne und Regen lässt um mich herum das Grün sprießen, und solches Wachstum fordert verstärkten Einsatz. Sattes Grün und leckere Erdbeeren, ein gut gefüllter Ruhrtalradweg und Feste in allen Ortsteilen. Schön, dass das Leben sich Bahn bricht. Lebensfreude bewegt die Menschen. Meist aufeinander zu in friedlicher Begegnung.


Und doch fallen mir in diesen Pfingsttagen auch all jene Konflikte ein, zu deren Behebung es Menschen braucht, die Brücken bauen. Gelegentlich beschleicht mich der Gedanke, dass wir in Mitteleuropa in einer Vorkriegszeit leben. Sicher fühlen wir uns und rundum versorgt. Und doch schleicht sich der Geist der Verzagtheit und der Sorge in unser Leben. Mancher Dialog zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und den Religionen ist ins Stocken geraten, und die Früchte des Wachstums sind längst nicht gerecht verteilt. Weder weltweit noch bei uns in Wetter. Spaltung beherrscht an vielen Stellen unsere Welt. Einfache Sichtweisen versperren den Blick auf die häufig komplizierte Wirklichkeit. Brücken werden gesperrt, Wege aufeinander zu bleiben ungenutzt. Da tut es gut zu wissen, dass manche Brücken nur gesperrt werden, damit sie nach der Renovierung umso bessere Dienste leisten. Immer wieder vergesse ich das Datum der bevorstehenden Brückensperrung zwischen Alt-Wetter und Vorhalle. Nicht vergessen sollten wir aber den Grund des Pfingstfestes. Gott gießt seinen Heiligen Geist aus, damit Verständigung und Versöhnung bei aller Unterschiedlichkeit und Vielfalt möglich wird. Zwischen Einheimischen und Fremden, zwischen Bahnkunden und Lokführern, zwischen Radfahrern und Fußgängern. Gottes Geist fördert menschliches Wachstum. Er bewegt begeisterte Brückenbauer und Brückenbauerinnen!