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Gesund durch den Arbeitstag

19.06.2009 | 17:08 Uhr

Wer zur Arbeit geht, macht das nicht unbedingt, um gesund zu werden. Dass man aber bei der Arbeit etwas tun kann, um gesund zu bleiben, das haben die beiden größten privaten Arbeitgeber in Wetter und Herdecke erkannt. Die WR hat nachgefragt, was die Beschäftigten tun können, damit sie fit bleiben.

Bei Dörken stand am Anfang der Ärger. Der Ärger darüber, dass der Krankenstand höher war als in Unternehmen mit ähnlichen Arbeitsbedingungen. Bei Dörken gibt es Vollkonti-Betrieb, also Schichten rund um die Uhr und die Wochenenden durch. Das sorgt für erhöhte Belastungen, die Dörken mittlerweile spürbar gesenkt hat. „Wir stehen besser da als die Branche”, freut sich Dr. Kerstin Frielingsdorf. Sie hat als Werksärztin das Gesundheitsmanagement über Jahre mit aufgebaut.

Ein bisschen Herumdoktern reichte dem Unternehmen nicht. „Wir haben gleich nach einer ganzheitlichen Lösung gesucht”, sagt Ute Herminghaus-Böcking aus dem Dörken-Vorstand. In Gesundheitszirkeln diskutierten Mitarbeiter darüber, was krank macht bei der Arbeit. Den Führungskräften wurde die „Kümmerverantwortung bewusster gemacht”, sagt Ute Herminghaus-Böcking. Sie wissen jetzt besser, wie man einen Mitarbeiter anspricht, der nach langer Krankheit wieder in den Betrieb kommt, ohne dass er gleich wieder einen gelben Zettel abgeben will. „Du fehlst, wenn Du fehlst”, das ist die Botschaft, die ankommen soll.

Idealerweise werden die Mitarbeiter aber gar nicht erst krank. Wasserspender im Haus und Vitamin-Tabletten in der kalten Jahreszeit sollen bei Dörken ihren Beitrag dazu leisten. Erst kürzlich gab es wieder einen Vortrag zur Darmkrebsvorsorge. Bei Bluttests wird vom Unternehmen all das angeboten, was aus medizinischer Sicht sinnvolle Vorsorge ist, aber nicht von den Kassen bezahlt wird, sagt Kerstin Frielingsdorf. „Wir decken pro Jahr mindestens eine Tumorerkrankung auf”, stellt sie fest - alle waren heilbar.

Baustein auf Baustein ist in der Gesundheitsförderung gesetzt worden, Ernährungsberatung etwa oder das Angebot einer psychologischen Betreuung, wenn ein Mitarbeiter einen Arbeitsunfall hatte. Und Dörki, das Firmenmasskottchen gibt Tipps, was sich am Arbeitsplatz oder in einer „aktiven Pause” für Körper und Seele tun lässt. Bewegung bringt's, weiß die Fachärztin für Arbeitsmedizin, die Beschäftigten auch, die mittags zwischendurch zum Nordic Walking aufbrechen oder einmal wöchentlich für eine halbe Stunde den Rücken fit halten .

Ein Gewinn für Arbeiter

une Arbeitgeber

Auch bei Demag Cranes & Components ist das Thema Gesundheit nicht neu. Durch einen Gesundheitstag im Werk Wetter vor wenigen Wochen aber hat es einen besonderen Schub bekommen.

Der Tag war Teil eines Gesundheitsmanagements, das an allen Demag-Standorten betrieben werden soll. Eine Blutdruckwoche ist gerade zuende gegangen, Ende Mai kochte die Kantine jeden Mittag extra auch cholesterinarm, eine Rückenschule gibt es schon lange, und auf Wunsch kommt auch eine Masseurin an den Arbeitsplatz, damit sich Verspannungen lösen können. Ganz gratis ist das nicht, aber der Tarif ist extra-günstig.

„Wir wollen uns mit dem Thema Gesundheit von anderen Unternehmen in der Region abheben”, sagt Elena Gorges, die das Demag-Projekt betreut. Wenn eine Firma deutlich macht, dass ihr am Wohlbefinden der Mitarbeiter etwas liegt, kann sie erfolgreicher neue Kräfte anwerben. „Davon, dass jemand länger fit bleibt, haben beide etwas”, sagt Demag-Pressesprecher Christoph Kreutzenbeck über die Gewinnsituation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Demag scheint trotz Kurzarbeit weiter auf diese Art von Werbung aus zu sein. Das Projekt Gesundheit jedenfalls läuft ungebremst weiter.

Klaus Görzel

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