Gesperrte Treppe regt Anwohner in der Bahnhofstraße auf

Die Treppe zur Bahnhofstraße in Herdecke ist schon länger gesperrt. Anwohner beschweren sich, dass damit ein wichtiger Fluchtweg versperrt sei.
Die Treppe zur Bahnhofstraße in Herdecke ist schon länger gesperrt. Anwohner beschweren sich, dass damit ein wichtiger Fluchtweg versperrt sei.
Foto: Mark Sonneborn
Was wir bereits wissen
Anwohner aus der Bahnhofstraße in Herdecke beklagen sich, dass Fußgängertreppe zur Hauptstraße weiter gesperrt bleibt.

Herdecke..  Seit 2011 ist die baufällige Fußgängertreppe zwischen Bahnhof- und Hauptstraße in Herdecke gesperrt. „Uns geht hier ein wichtiger Fluchtweg verloren. Zu meinem Auto in der Garage muss ich zu Fuß einen riesen Umweg machen. Der Weg zur Hauptstraße ist viel länger geworden.“

Die Kritik von Anwohnern aus der Bahnhofstraße ist deutlich. Schließlich fehlt ihnen ein Zuweg zur Hauptstraße. Sie schildern zudem, dass immer wieder Passanten die Verbotschilder „übersehen“, über die Absperrung klettern und sich ihren Weg durch die Gärten der Anwohner bahnen. Die werden immer erboster. „Wir wollen unseren Garten ja auch bewirtschaften. Das können wir uns hier sparen, da ja alles niedergetrampelt wird“, klagt Karl-Heinz Paukstadt.

Aber darum geht es den Anwohnern nicht primär. Sie möchten „ihre“ Treppe wieder haben. „Man muss solche Sachen auch pflegen, dann halten sie auch länger. Nun ist kein Geld da, um die Treppe zu reparieren“, schimpft eine Gruppe.

Absperrzäune oft überklettert

Wolfgang Wierzbicki wohnt in der Bahnhofstraße 32, in dem Haus, neben dem die Treppe hinabführt: „So breit, wie die Treppe war, muss sie ja gar nicht sein.“ Die Hälfte reiche völlig. Paukstadt wohnt im Erdgeschoss. Die Wohnungstür ist hangabwärts gerichtet. Er kommt gar nicht mehr zur Bahnhofstraße hinauf, seit die Treppe nicht mehr passierbar ist. „Dennoch nutzen täglich 15 bis 20 Passanten die Treppenstufen“, so Paukstadt. Jeder habe so seine eigene Technik, um den Absperrzaun zu überwinden. Die Wege der meisten führen demnach aber durch den Garten des Mehrfamilienhauses mit der Nummer 32, und der werde dabei arg in Mitleidenschaft gezogen. „Die Treppe wurde immer gut genutzt. Sie fehlt einfach als schnelle Verbindung zwischen Bahnhofstraße und Hauptstraße. Nun müssen wir in beide Richtungen mehrere hundert Meter Umweg in Kauf nehmen“, betonen die Anwohner.

Die Haltung der Stadtverwaltung ist in dieser Angelegenheit unverändert. „Die Nutzung ist wegen des schlechten Zustands vieler Stufen zu gefährlich“, hieß es von Seiten der Technischen Betriebe.

Teure Sanierung

Die Zukunft der steilen Treppe ist ungewiss. Die Technischen Betriebe befürworten, diesen steilen Weg durch die Wohnsiedlung nicht wieder herzurichten. Eine Sanierung würde eine Investition von etwa 500 000 Euro bedeuten. Da die Treppe aber wenig genutzt werde und nicht behindertengerecht ist, könnte sie eines Tages komplett zurückgebaut werden.

Gerade aber bei der Nutzung widersprechen die Anwohner lautstark: „Die Treppe wurde gut genutzt. Und hätte man sie gepflegt, vielleicht auch alle zwei Jahre mit Rotschutzfarbe auf dem Geländer, dann wäre sie jetzt noch nutzbar.“