Gesang, Genuss und Geselligkeit

Wenn der MGV Bommerholz zum Frühschoppen lädt, geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um das Beisammensein.
Wenn der MGV Bommerholz zum Frühschoppen lädt, geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um das Beisammensein.
Foto: Valentin Dornis
Was wir bereits wissen
Der MGV 1861 „Glück auf“ Bommerholz hat zum Sänger-Frühschoppen in die Elbschehalle geladen. Der Frauenchor Harmonie Wetter und der MGV „Einigkeit“ Volmarstein waren auch dabei.

Wengern..  Die kräftigen, tiefen Männerstimmen füllen den Raum, als die Männer des MGV 1861 „Glück auf“ Bommerholz zu singen beginnen. Der Chor entwickelt mit vereinten Stimmen eine Kraft, die jeder im Saal spüren kann.

„Dieser Moment macht am meisten Spaß, wenn alle auf der Bühne zu einer Einheit werden“, sagt Udo Dzykonski. Er ist Vorsitzender des MGV und damit so etwas wie der Gastgeber beim Sänger-Frühschoppen seines Vereins an diesem Sonntag. Mehrere Chöre sind der Einladung zum gemeinsamen Singen gefolgt: Der MGV „Deutsche Eiche“ 1880 Hammertal, der Frauenchor Harmonie Wetter und der MGV „Einigkeit“ Volmarstein präsentieren auf der Bühne in der Elbschehalle viel Klassisches, aber auch Interpretationen moderner Lieder.

„Bekannte Lieder für den Chor aufzubereiten, wird immer wichtiger“, sagt Dzykonski. Denn die Gesangsvereine haben ein Nachwuchsproblem, und mit Titeln wie „Rüdesheimer Wein“ oder „Oh Morrettina“ spricht man wohl eher eine ältere Generation an. Eine gute Mischung aus traditionellem und modernem Liedgut zu finden, sei gar nicht so einfach.

Dabei gibt es einige Überschneidungen, hat Dennis Hanisch festgestellt. Der 29-Jährige ist das mit Abstand jüngste Mitglied des MGV Bommerholz und so etwas wie die Nachwuchs-Hoffnung des Chors. Seit einem Jahr singt er mit der Gruppe und ist überrascht: „Man erkennt sehr vieles wieder, gerade die klassischen Stücke haben oft auch sehr frische Melodien.“ Hanisch war nicht immer Sänger – er sei eher „von der Couch weg verpflichtet“ worden. Hanisch ist das beste Beispiel dafür, dass die häufigste Ausrede junger Männer nicht gilt: „Viele sagen: Ich kann nicht singen. Aber jeder kann singen, man muss es sich nur trauen.“

Anfänger können mithalten

Weil kaum ein Mitglied des Chors ein ausgebildeter Sänger ist, könnten Anfänger sehr gut hereinwachsen, sagt Hanisch. Am Sonntag hat er sogar seinen ersten Solo-Auftritt. Und das nicht etwa mit modernen Liedern: „Da geh’ ich ins Maxime“, „Wolga-Lied“ und „Gern hab ich die Frauen geküsst“ singt er auf der Bühne. Es gibt viel Applaus vom Publikum, das hauptsächlich aus den Mitgliedern anderer Chöre besteht. Denn nicht nur das Singen ist in den Gesangsvereinen wichtig. Es sind vielmehr die drei großen „G“: Gesang, Genuss und Geselligkeit. Sinnbild dafür ist das gemeinsame Anstoßen nach dem Auftritt, mit der gesamten Gruppe und gutem Schnaps. Auch einen Trinkspruch gibt es – der natürlich laut und kräftig gesungen wird.