Gemeinschaftskrankenhaus stellt ambulante Therapie ein

Im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke läuft die ambulante Physiotherapie aus, bisherige Patienten müssen sich an Praxen wenden.
Im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke läuft die ambulante Physiotherapie aus, bisherige Patienten müssen sich an Praxen wenden.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke läuft die ambulante Physiotherapie aus. Patienten werden wegen der Änderung zu Jahresbeginn im Therapeutikon abgewiesen, manch einer fühlt sich im Stich gelassen. Zudem gab es einen Wechsel in der Geschäftsführung.

Herdecke..  Gehirntumor im Jahr 2007, dann die seltene Rückenmark-Krankheit Syrinx, Operationen im Gemeinschaftskrankenhaus (GKH) in Ende und in Ulm: Der Herdecker Rudi S. ist seit längerer Zeit in Behandlung und wusste es stets zu schätzen, dass er keinen weiten Weg nach Westende hat. Zumal es dort auch kompetente Ärzte und Therapeuten gebe. In dieser Woche wollte er einen neuen Termin am GKH vereinbaren, erhielt aber am Telefon die Antwort: „Die komplette ambulante Physiotherapie wird eingestellt, wir machen keine neuen Termine und nehmen keine Rezepte mehr an.“

Keine Hilfe bei Alternativ-Suche

Rudi S. fühlt sich im Stich gelassen. Benötigt er doch eine spezielle Therapie, mit der er bisher am GKH auch zufrieden war. „Ich bin auf die angewiesen.“ Also rief er erneut im Gemeinschaftskrankenhaus an, um sich nach Alternativen zu erkundigen. Ohne Erfolg.

Er verweist auf die Internetseite der Klinik. Dort steht: „Ein besonderer Stellenwert kommt hier auch einem breitgefächerten Therapieangebot und der Pflege zu.“ Und weiter: „Alle Therapien (Einzel- und Gruppentherapie) bieten wir auch ambulant an.“ Davon könne nun ja wohl nicht mehr die Rede sein. Mittlerweile wurde dieser Satz von der Seite genommen.

Bei etwas längerem Nachdenken hätte Rudi S. es erahnen können. Denn im Therapeutikon, wo als Zentrum für ambulante Therapie Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten sowie physikalische Therapien angesiedelt waren, habe er immer weniger „Physios“ wahrgenommen, auch die Leitungskräfte verschwanden. „Es kann doch nicht sein, dass das Krankenhaus mit seinen Therapieangeboten wirbt, diese Kernaufgabe aber vernachlässigt. Das kann nicht im Sinne von uns Patienten sein.“

Das GKH erklärt, dass mit der Eingliederung des Therapeutikons zum 1. Januar 2014 nun die letzten ambulanten physiotherapeutischen Behandlungen auslaufen und keine neuen Termine vergeben werden. Betroffene Patienten würden hierüber sukzessive informiert. Ihre ambulante Versorgung werde künftig von niedergelassenen physiotherapeutischen Praxen in der Umgebung gewährleistet. Nur für Patienten der Querschnittsabteilung gebe es weiter ambulante Physiotherapien in der Ender Klinik.

Stationäres Angebot bleibe erhalten

„Das umfassende stationäre physiotherapeutische Angebot am GKH bleibt weiterhin bestehen. Alle Therapeuten des Therapeutikons wurden ins GKH eingegliedert, es gab keine Entlassungen“, heißt es in einer Mitteilung.

Der Betriebsrat versteht, dass Patienten verunsichert seien. „Der Übergang der Mitarbeiter vom Therapeutikon zum GKH ist wunderbar gelaufen, alle wurden übernommen“, so Vorsitzende Pia Wolf. Ihres Wissens nach werde sich in den nächsten Tagen genau klären, was das Gemeinschaftskrankenhaus bei der Therapie vorhabe.

Personeller Wechsel in Geschäftsführung

Pflegedirektorin Barbara Yokota-Beuret hat das Unternehmen verlassen. Die neue Pflegdienstleitung teilen sich die bisherigen Leitungen „Pflege“, Jasmin Shmalia (für den Bereich Somatik) und Manfred Kneißl (für den Bereich Psychiatrie/Pädiatrie).