Gemeinsamkeit macht das Altern leichter

Herdecke..  Schon im Foyer sind Vorfreude und Begeisterung zu spüren. Immer wieder hört man Sätze wie „Der ist echt super“ oder „Einfach nur klasse“. Die Rede ist von Henning Scherf, der mit seinem Vortrag „Das Leben ist bunt“ in den Zweibrücker Hof gekommen ist. Die SPD hatte den Ex-Bürgermeister von Bremen eingeladen, und viele Herdecker wollen sich die witzige, aber dennoch ernstzunehmende Rede des SPD-Mannes nicht entgehen lassen.

Doch bevor es mit dem eigentlichen Vortrag losgeht, wird selbstverständlich jeder Besucher mit einem Handschlag begrüßt, denn nicht nur bei seinen Vorträgen scheint der Politiker auf eine bunte Mischung zu achten, auch beim Umgang mit den Besuchern sind kurze individuelle Unterhaltungen und Gespräche sein Markenzeichen.

Doch schließlich spricht Henning Scherf seine wichtigste Intention des Abends an. Es geht um das Miteinander der Generationen. Speziell um das Zusammenleben von Jung und Alt. Denn genau dies möchte der 76-Jährige versuchen zu erreichen: Dass alle Generationen friedlich miteinander leben, sich gegenseitig helfen und sich verbinden, um gemeinsam etwas zu erreichen. „Es ist ein Geschenk des Himmels, wenn mehrere Generationen miteinander leben“, so der Bremer.

Appell an die Älteren

Alte Menschen bräuchten Aufgaben, um sich gebraucht zu fühlen. Darum regt Scherf die meist älteren Besucher an, sich mit jungen Menschen zu verbinden, sich gemeinsame Projekte zu suchen. „So entsteht eine Win-win-Situation.“ Jeder gewinnt.

Dass seine Botschaft bei den Besuchern ankommt, wird schnell deutlich. Aus dem Publikum sind im Anschluss seines Vortrags viele positive Stimmen zu hören. „Ältere Leute müssen daran arbeiten, sich zu öffnen“, sagt ein Teilnehmer. Und für die lokalen Politiker, die an diesem Abend dabei sind, ist der Vortrag von Henning Scherf eine gute Möglichkeit, mit den Herdeckern über das Problem des Generationenkonflikts in der Stadt zu sprechen. Denn auch Herdecke leidet unter der immer älter werdenden Gesellschaft.

SPD will Bürger unterstützen

In einer anschließenden offenen Diskussionsrunde steht der SPD-Bürgermeisterkandidat Jan Schaberick für Fragen und Anregungen bereit und bietet Unterstützung und Hilfe bei der Ideenfindung für gemeinsame Projekte an. Zum Beispiel für die Nachnutzung des ehemaligen Gebäudes der Grundschule im Dorf, bei dem viele Herdecker den Wunsch äußern, diese Räume für eine gemeinsame Wohnform von Jung und Alt zu nutzen. „Wir können unterstützen und begleiten. Wir können Kapazitäten und das Grundstück zur Verfügung stellen. Aber das Engagement muss von den Bürgerinnen und Bürgern kommen“, so Schaberick.

Zum Ausklang des Abends sind sowohl Vertreter der Wohnberatung der Ev. Stiftung Volmarstein als auch der GVS Herdecke vor Ort, um ihre Ideen für ein gutes Zusammenleben vorzustellen und die Jungen und Alten miteinander zu verbinden. Denn eines macht Henning Scherf an diesem Abend besonders deutlich: Nur gemeinsam könne man etwas erreichen. Egal ob jung oder alt, wenn seine Ideen umgesetzt werden, brauche man sich über das eigene Leben im Alter keine Sorgen mehr zu machen.