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"Geisterstadt" braucht neues Leben

22.01.2009 | 17:27 Uhr

Wetter. Der traurige Zustand der unteren Kaiserstraße ist seit vielen Jahren ein Thema. Wird die Situation durch das neue Einkaufszentrum besser oder verschlechtert sie sich am Ende sogar? ...

... In loser Folge schreiben Geschäftsleute aus Alt-Wetter in der WR über die "Zukunft der Kaiserstraße". Heute: Hans-Günter Draht, Buchhändler an der unteren Bismarckstraße.

Der derzeitige Anblick der unteren Kaiserstraße mag einen eher an den einer Geisterstadt im "wilden Westen" erinnern - fehlen nur noch die vom Wind auf und zu klappenden Saloontüren, sowie die von demselbigen vor sich hingetrieben trockenen Grasbüschel.

Es ist schon längst "Highnoon" angesagt. Anders als mit solchen Vergleichen und einer gehörigen Portion Galgenhumor lässt sich diese schon seit Jahren währende Situation schwerlich ertragen. Jetzt noch jemanden für dieses Dilemma verantwortlich zu machen, wäre wie das diskutieren mit einer Wand.

Sind in einer solchen Situation überhaupt Visionen für die Zeit nach dem Brückenbau denkbar? Ich meine schon.

Nach den Planungen soll nach Brückenfertigstellung sofort mit der Umgestaltung der Kaiserstraße begonnen werden. Schon hier sollte plan- und sinnvoll ein Bauabschnitt nach dem anderen erfolgen, um nicht den bis dahin noch existierenden Geschäften den endgültigen Garaus zu machen.

Das sehnsüchtig erwartete Einkaufszentrum wird ohne attraktives Umfeld schwerlich die erwünschte Sogwirkung entfalten können, daher müssen wir vom Einkaufszentrum bis mindestens Kaufhaus Gassmann zwingend für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgen. Das bedeutet, der Straßenbelag, die Blumenkübel, die Sitzbänke und die Straßenlaternen - alles muss aus "einem Guss" sein, eine Kompaktheit ausstrahlen, um auch auswärtige Besucher (Radtouristen) zum Schlendern, Entdecken und Verweilen einzuladen. Selbst Straßenlaternen sollten nur auf ihre vielseitige Verwendbarkeit hin ausgewählt werden, geeignet für Einsätze wie: Blumenschmuck und Ornamente im Frühling, zusätzliche Beleuchtungsmöglichkeiten für Illuminationen und Lichterfeste im Sommer, Weihnachtsbeleuchtung im Winter.

Ein Händler braucht den Anderen

Um den Bereich Untere Kaiserstraße zusätzliche Attraktivität zu verleihen, wäre es sinnvoll, den Wochenmarkt künftig bis zur Einmündung Kaiserstraße / Bahnhofstraße (zwischen "Detaille" und Sparkasse) enden zu lassen. Dies würde den Abschnitt bis Gassmann enorm aufwerten, und es gerade dadurch für kleinere Fachgeschäfte wieder interessanter machen sich für Wetter zu entscheiden. Sitzbänke, pfiffige Spielgeräte, der ein oder andere Kunstgegenstand (Plastik), vielleicht ein Brunnen oder Wasserspiel, sowie Bäume - das muss gar nicht viel kosten - Ideen sind gefragt. Von äußerster Wichtigkeit ist es auch, wenn sich für den jetzigen Post-Standort doch noch ein guter Metzger finden ließe, um das ursprüngliche Projekt einer "Markthalle Wetter" Realität werden zu lassen.

Ein Einkaufszentrum alleine wird nicht reichen - auch dem Einkaufszentrum nicht - es macht uns austauschbar, wir benötigen Vielfalt - und vor allem benötigen wir uns gegenseitig.

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Kommentare
23.01.2009
07:53
Geisterstadt braucht neues Leben
von pavo | #3

Alle Stadtteile jenseits der Ruhr sind in der gleichen Zeit wie in Wetter auch in anderen attraktiven Zentren.Da muss aber noch einiges
an der Ampelschaltung an der Ruhrbrücke getan
werden um auch diese Leute ins neue Zentrum
zu bekommen.

22.01.2009
21:30
Geisterstadt braucht neues Leben
von combo59 | #2

Ihr sprecht mir aus der Seele, besser kann man es kaum ausdrücken.
Dazu müßte die Kaiserstraße wohl kommplett für den Verkehr gesperrt werden, und ob das durchsetzbar ist, wage ich zu bezweifeln.

22.01.2009
20:52
Geisterstadt braucht neues Leben
von Karl_Rudolf_Pruss | #1

Die Ausführungen von Herrn Draht treffen den Nagel
auf den berühmten Kopf. Auch seine seine aufge-
zeigten Ideen zur Aufwertung der unteren Kaiser-
straße sind äußerst interessant und diskussions-
würdig. Alle Bewohner unserer Stadt sollten aufge-
fordert sein, weitere Vorschläge zu machen. Ein Bürgergremium sollte dann umgehend Sorge dafür tragen, daß dann auch die Neugestaltung
des neuen Stadtzentrums nach dem Willen der
Bevölkerung erfolgt. Hier ist Tatendrang gefragt!
R. Pruß, Wengern

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